Westjournalist in der DDR: Alltag in „Absurdistan“ voller Hindernisse und Fallstricke


„Journalist, stumm, taub, seh- und gehbehindert, für interessante Tätigkeit in einem Ostblockstaat gesucht.“ Mit dieser ironischen Stellenbeschreibung unter Journalisten war damals die DDR gemeint. Staatliche Versuche einer Behinderung oder Beeinflussung freier Berichterstattung der Medien sind jedoch zeitlos, wie die Gegenwart wieder zeigt. Wie ein solcher „Nahkampf“ zwischen akkreditierten Journalisten und Staatsmacht im „ersten deutschen Arbeiter-und-Bauern-Staat“ DDR aussah, schildert der frühere Korrespondent der „Frankfurter Rundschau“ in der DDR, Karl-Heinz Baum, in seinen Erinnerungen („Kein Kinderspiel – DDR-Reportagen eines Westjournalisten“, Ch. Links Verlag).

Es sind Berichte über einen Journalistenalltag in „Absurdistan“ voller Hindernisse und Fallstricke. Aber „damit die Westdeutschen nicht vergessen, dass hier auch Deutsche leben, arbeite ich hier“, sagte Baum einmal einem Mitarbeiter der britischen Botschaft in der DDR auf dessen Frage, warum er sich das alles antut. Baum habe damit auch an einem „Stück vorweggenommener Einheit“ gearbeitet, bescheinigt ihm Thomas Krüger als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und früherer Bürgerrechtler in der DDR in einem Nachwort. Dabei habe er sich in der DDR „kein X für ein U vormachen“ lassen und auch nie die journalistische Distanz des Beobachters verloren.

Karl-Heinz Baum in der DDR: Berichtet mit Mut, List, Tricks und Chuzpe

Baum musste dabei die Spielräume als Journalist in einem repressiven Staat ausbalancieren. Es erforderte oft genug auch Mut, List, Tricks und Chuzpe aus einem Staat zu berichten, in dem fast alles als Geheimsache betrachtet wurde und offene und freie Interviews mit dem „Mann auf der Straße“ grundsätzlich nur mit staatlicher Erlaubnis möglich waren, eine Praxis, die normalerweise nur im Kriegsfall üblich ist. Baums hier noch einmal…Lesen Sie den ganzen Artikel bei mz-web …read more

Source:: MZ – Kultur

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