M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Das große Bundesligähnen – warum ich den Fußball nicht vermissen werde


Diese Fresse werde ich niemals vergessen. Das Gesicht von Walter Matthau als Mister Wilson in „Dennis“, der, die Superpflanze jahrelang hegend, auf den großen Moment spektakulären Erblühens wartet – und diese wenigen Sekunden purer Schönheit schlicht verpasst. Was folgt, ist ein Blick wie ein geschmolzenes Wellblechdach.

So ähnlich geht es mir mittlerweile mit der Bundesliga, die ihre ganze Strahlkraft eigentlich nur noch wenige Momente vor Schluss zeigt, um einen dann in eine lange Phase der Leere zu entlassen.

kurzbio beisenherzDabei geht es wohlgemerkt nicht im Geringsten darum, wer denn wohl noch Meister werden könnte, nein. Der deutsche Ligabetrieb ist wie Tinder: Spannend wird’s nur untenrum. Das ist ein wenig schade und vergellt mir die Freude an diesem einst so großen Sport. Die Bayern sind mittlerweile zum fünften Mal Meister am Stück und selbst die hartgesottensten Fans wirken dabei angeödeter als Musicaldarsteller auf der AIDA.

Was wenig verwundert. Kriegen sie doch erstmals Puls, wenn es im April im Pokal, wichtiger aber in der Champions League, um die großen Spiele geht. Wenn die dann verloren gehen, mag man sich selbst als BVB-Fan kaum noch beömmeln.

Schließlich ist man ja irgendwie mit schuld daran. Die anderen 17 Vereine sind einfach kein guter Sparringspartner, um international auf den Punkt fit zu sein. Es ist so schade. Spätestens, wenn du RB Leipzig die Daumen drückst, weißt du, dass gerade etwas gewaltig schief läuft.

Niemand will mehr Meister werden. Oder sie sind schlicht zu blöde. Dortmund lassen wir mal deshalb außen vor, da sie in dieser Saison mit einer Busladung voller Teenies eine Übergangssaison haben und das Jahr davor mit 78 Punkten einfach mal eine Meistersaison hingelegt hatten. Dummerweise gewannen die Bayern in dem Jahr so ziemlich alles, und das war es …read more

Source:: Stern – Kultur

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