Ägypten: Haft für Popsängerin – „Anstiftung zu Unzucht“

Die Behörden in Ägypten setzen Repressionen im Kulturbetrieb fort. Ein Video von „Shyma“ war zu viel für die guten Sitten.

Ägyptens Justiz geht weiter mit großer Härte gegen vermutete moralische Verfehlungen in Kultur und Medien vor. Ein Gericht in Kairo verhängte am Dienstag eine zweijährige Haftstrafe gegen die Popsängerin Shyma, die sich in Unterwäsche lasziv in einem Musikvideo gezeigt hatte. Zudem muss sie rund 500 Euro Strafe zahlen.

Der Richter sah es als erwiesen an, dass Shyma mit dem Video „zur Unzucht angestiftet“ habe. Der Regisseur erhielt dieselbe Strafe. Das Urteil kann angefochten werden.

Die vorher kaum bekannte Sängerin ist in dem Video in einem Klassenraum dabei zu sehen, wie sie an einem Apfel leckt und mit einer Banane offenbar Fellatio imitiert. Auf der Tafel stand „Abschlussklasse #69“ und die Buchstaben „vag“.

Entschuldigung brachte nichts

Die Polizei nahm sie Mitte November fest. Kurz vor der Festnahme hatte sich die Sängerin auf Facebook bei allen entschuldigt, die das Video „als unangebracht empfunden“ hätten.

Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi gehen die Behörden derzeit besonders hart gegen Künstler vor, die in ihren Augen gegen Moralgesetze verstoßen. Erst vor wenigen Wochen war die Fernsehmoderatorin Doaa Salah zu drei Jahren im Gefängnis verurteilt worden, weil sie in ihrer Sendung über außereheliche Schwangerschaften gesprochen hatte. Ihr wurde ein „Verstoß gegen öffentliche Sitten“ vorgeworfen.

Kurz zuvor hatten Polizisten mehrere Besucher eines Konzerts der bekannten libanesischen Popgruppe „Mashrou‘ Leila“ in Kairo verhaftet, nachdem sie dort die Regenbogenflagge geschwenkt hatten. „Mashrou‘ Leila“, derzeit eine der erfolgreichsten arabischen Popgruppen, setzt sich für die Rechte von Homosexuellen ein.

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Source:: Kurier.at – Politik

Antisemitismus: „Jude“ wird als Schimpfwort auf Berliner Schulhöfen gebraucht

Die Ausbrüche von antisemitischem Hass auf pro-palästinensischen Demonstrationen in Berlin haben zu Forderungen nach konsequenterem Vorgehen gegen die Urheber geführt. Die Proteste vor der US-Botschaft am Pariser Platz, bei denen in den vergangenen Tagen israelische Flaggen verbrannt und antijüdische Parolen gerufen wurden sowie der Hitlergruß gezeigt wurde, folgten der US-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels.

Levi Salomon, Sprecher des Jüdischen Forums, erwartet, dass solche Vorfälle sofort unterbunden werden. Der Veranstalter müsse die Demonstration in solchen Fällen umgehend auflösen, die Polizei müsse bei Straftaten unverzüglich einschreiten. „Das ist nach unseren Beobachtungen nicht geschehen“, sagte Levi Salomon. Auch von Seiten der Zivilgesellschaft und der Politik erwartet er klare Reaktionen.

Man habe mit Hilfe von Arabisch-Übersetzern geprüft, was während der Kundgebung gerufen worden sei, und das sei in hohem Maße antisemitisch, aufstachelnd und hetzerisch gewesen.

„Da zweifelt man an der friedlichen Absicht“, stellte er fest. Der Vertreter des Jüdischen Forums ist überzeugt, hier gehe es nicht allein um Israel, sondern um die Juden als solche: „Wer Davidsterne verbrennt, der verbrennt das Symbol des jüdischen Volkes und des Judentums. Da geht es nicht nur um die israelische Fahne.“

Anmelder ist ein junger Berliner

Ali Chteiwia, der die Demonstrationen im Namen der Allianz der arabischen und palästinensischen Vereine in Berlin angemeldet hat, wehrt sich gegen den Eindruck der Judenfeindlichkeit. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung betonte er energisch, dass man „antisemitisches Verhalten in jeglicher Form“, ablehne. Daher habe man am Freitag „die Kundgebung zu Ende gebracht“. Er legt Wert auf die Feststellung, dass die durch ihn vertretenen Gruppen die israelische Politik kritisieren, keinesfalls aber die jüdische Religion, das Judentum.

Bei der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof am Dienstagabend blieb es weitgehend ruhig. Einige hundert Demonstranten hatten sich am Washington-Platz versammelt, die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zu Zwischenfällen kam es aber zunächst nicht.

Man werde auch auf Störer zugehen und diese, wenn …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik