Gopfried Stutz: Pensionskassen: Finger weg von Wirtschaftsförderung

SonntagsBlick-Kolumnist Claude Chatelain

Die Pensionskassen sind dazu da, unser Erspartes zinsbringend und sicher anzulegen. Es ist nicht ihre Aufgabe, Wirtschaftsförderung zu betreiben.

Hans Hess kämpft schon lange vergebens dafür, dass nur ein einziges Prozent der Pensionskassengelder mit etwas mehr Risiko angelegt werden kann: zur Finanzierung von Start-ups oder KMU mit soliden Geschäftsplänen. Das sagte der Swissmem-Präsident im SonntagsBlick vom vergangenen Sonntag.

Hoffentlich kämpft Hans Hess weiterhin vergebens dafür. Ihm dürfte das Debakel der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) entgangen sein, einer der grössten und für alle Beteiligten teuersten Pensionskassenskandale der Schweiz. Mit der Unterstützung linker Kreise sagten die Verantwortlichen in den Neunzigerjahren, dass es die Aufgabe öffentlich-rechtlicher Pensionskassen sei, Wirtschaftsförderung zu betreiben und in Start-ups zu investieren.

Doch wenn eine Kasse auch nur einen kleinen Teil ihres Milliardenvermögens in Start-ups investiert, ist sie schnell mal Mehrheitsaktionär. Dann fühlt sich ein Pen­sionskassenverwalter dazu berufen, im betreffenden Verwaltungsrat Einsitz zu nehmen, um zum Rechten zu schauen. So geschehen bei der BLVK, die unter anderem in Sarner Cristal und Kieser Training investierte. Der damalige und später in Ungnade gefallene Pensionskassendirektor Hans-Peter Sieber schaute bei Sarner Cristal nicht nur zum Rechten, sondern präsidierte sogar den Verwaltungsrat. Die Misswirtschaft und die damit verbundenen Verluste der BLVK gingen so weit, dass der bernische Grosse Rat eine PUK einberief.

Die Pensionskassen sind dazu da, unser Erspartes zinsbringend und sicher anzulegen. Es ist nicht ihre Aufgabe, Wirtschaftsförderung zu betreiben. Vorsorgeeinrichtungen werden schon heute mit zig sachfremden Aufgaben belastet. Das Investieren in Start-ups ist heikel und erfordert profunde Kenntnisse. Also müssten die Pensionskassen eigens Experten anstellen, welche in der Lage sind, das Risiko solcher Investments zu überprüfen und die Solidität der Geschäftspläne zu begutachten. Oder sie müssten die Expertisen auswärts machen lassen. Das würde den Verwaltungsaufwand nur weiter erhöhen. Beratungsfirmen lecken sich schon die Finger, wenn sich abzeichnet, dass Vorsorgeeinrichtungen hier ein Beratungsdefizit aufweisen.

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Source:: Blick.ch – Wirtschaft

Augmented Reality im Himmel: Emirates-Stewardessen kriegen Hightech-Brillen

ZÜRICH –
Die Gäste besser erkennen: Die Fluglinie Emirates plant, Brillen mit Augmented-Reality-Funktion fürs Bordpersonal einzuführen.

Bald werden die Flugbegleiter der Airline Emirates Brillen tragen. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein Projekt zur Integration von Menschen mit Sehschwäche. Emirates will sich so – nach mässigen Zahlen – ein wenig Luft gegenüber anderen Airlines verschaffen.

„Wir könnten den Kundenservice gewaltig voranbringen», sagte Emirates-Digitalchef Christoph Müller (55) gegenüber Bloomberg.

Denn die Brillen für die Emirates-Crew sind keine gewöhnlichen Sehhilfen: Die Gläser sind durchsichtige Bildschirme, die dem Träger zusätzliche Informationen zum Beispiel über die Fluggäste anzeigen, die über das mit den Augen Wahrnehmbare hinausgehen. Augmented Reality (AR) heisst diese Technik im Fachjargon.

Swiss plant keine AR-Brillen für Stewardessen

Nur ein Blick könnte also bald reichen, und schon wüssten Flugbegleiter, wie ein Passagier heisst, worauf er allergisch ist und wie oft er wohin verreist. Laut Müller könnten auch bald Fluggäste solche Brillen bekommen, um sich etwa besser auf Flughäfen zurechtzufinden.

Bei der Swiss sind AR-Brillen für Flugbegleiter laut Sprecher Stefan Vasic nicht geplant. Für Produktpräsentationen sei diese Technik aber schon eingesetzt worden.

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Source:: Blick.ch – Wirtschaft