Interview : Warum Alexander von Humboldt heute wieder so aktuell ist

Weil Andrea Wulf in Deutschland aufgewachsen ist, hatte sie immer mal was von Alexander von Humboldt gehört. Aber eigentlich wusste sie nur, dass er auf eine große Reise gegangen war. Als die Sachbuchautorin bei ihren Recherchen dem Naturforscher immer wieder begegnete, beschloss sie, eine Biografie über ihn zu schreiben. Die wurde in den USA und in England zum Bestseller.

Nun gibt es „Die Erfindung der Natur“ auch in deutscher Übersetzung. Ein Gespräch mit der in England lebenden Autorin über das Universalgenie aus Berlin, seine Bedeutung für die Wissenschaft und warum Alexander von Humboldts ganzheitliche Weltsicht gerade jetzt wieder wichtig ist.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Alexander von Humboldt zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Wie berühmt war er denn zu Lebzeiten?

Napoleon war eifersüchtig auf ihn, Charles Darwin sagte, dass er seine Forschungsreisen ohne Humboldt nie gemacht hätte, der damalige US-Präsident Thomas Jefferson nannte ihn eine der größten Zierden der Welt. Goethe sagte, dass man in einer Stunde mehr von ihm lernen könne, als wenn man acht Tage lang Bücher lese. Als sein 100. Geburtstag anstand, also fast zehn Jahre nach seinem Tod, sind die Menschen weltweit auf die Straßen gegangen, um seiner zu gedenken.

Allein in Berlin sollen es damals 80.000 Menschen gewesen sein.

Das war ja auch in seiner Heimat, das kann man noch verstehen. Aber auch in New York waren die Straßen voll. Zu seinen Ehren wurden Flaggen gehisst, Musikgruppen, gefolgt von Tausenden Menschen, zogen umher und kamen später zum Central Park, wo seine Büste enthüllt wurde. Auch in San Francisco, Pittsburgh, Melbourne, Buenos Aires und Mexiko – eigentlich überall auf der Welt wurde seiner gedacht.

Warum ist er trotzdem in vielen Teilen der Welt in Vergessenheit geraten?

So richtig ist das mit dem Ersten Weltkrieg gekommen, …read more

Source:: Berliner Zeitung – Wissen

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