Transfer-Coup in der Uhrenbranche: Darum landete Georges Kern beim Breitling-Investor

Überraschungen liebt die Uhrenbranche gar nicht. Was hinter Georges Kerns Transfer von Genf nach Grenchen wirklich steckt.

Nach dem überraschenden Wechsel von Georges Kern (52) von Richemont zu Breitling reiben sich in der Uhrenbranche noch immer viele die ­Augen. Vom angestellten Manager eines Genfer Luxusgüterkonzerns wird Kern, wie am Freitag bekannt wurde, zum Teilhaber einer unabhängigen Uhrenmanufaktur.

Nur weshalb? Laut Brancheninsidern hat sich die Geschichte wie folgt abgespielt: Der britische Finanzinvestor CVC Capital sieht ein lohnendes Investment in Breitling, einer starken Uhrenmarke, der aber noch das verstaubte Top-Gun-Image der Achtziger anhängt. Die ausser Fliegeruhren wenig zu bieten hat und im Besitz einer Familie ist, die mit der Uhrenfabrik in Grenchen SO nicht wirklich glücklich wird. CVC, früher Besitzer der Telekomfirma Sunrise, hat sich Ende April 80 Prozent der Breitling-Aktien unter den Nagel gerissen, der Rest bleibt im Besitz der Familie Schneider.

Vom Uhrengeschäft versteht CVC nichts

Nun aber braucht der milliardenschwere Investor einen Manager, der Breitling zu neuen Höhenflügen führt. Denn vom Uhrengeschäft versteht CVC nichts! Was also tun?

Die Briten versuchen ihr Glück bei Georges Kern. Der Ex-IWC-Chef ist eben erst zum Chef der Uhrensparte von Richemont aufgestiegen, einem der weltgrössten Luxusgüterproduzenten. Ein hochdotierter, prestigeträchtiger Job. Doch Kern realisiert, dass sein Wunsch, Richemont-Konzernchef zu werden, nie in Erfüllung gehen wird. Er muss die Macht mit anderen teilen.

Ein Angebot zur rechten Zeit

Deshalb kommt ihm das Angebot, als Teilhaber und Chef bei Breitling einzusteigen, gerade recht. Als Unternehmer und Manager soll Kern Breitling entstauben, die Marke in Asien etablieren und die Digitalisierung vorantreiben. Und dies als Unternehmer, der das Risiko mitträgt – Kern sicherte sich offenbar Anteile des Investors CVC.

Verliererin ist die Richemont-Gruppe. Sie bleibt auf einer komplizierten Führungsstruktur sitzen, die kaum geeignet sein dürfte, die anhaltende Schwäche der Luxusuhrenbranche zu bekämpfen.
Im letzten Jahr brach der Umsatz um …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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