„Ich bin eine Kämpfernatur“

Auf dem Stainzer Schilcherfest begann die Spitzenkandidatin der Grünen ihre Aufholjagd.

Es war am 17. Mai 2017, gegen 23.30 Uhr. Es war die Straßburg-Woche des EU-Parlaments, und Ulrike Lunacek war gerade vom gemeinsamen Abendessen mit Abgeordnetenkollegen aus Katalonien in ihr Hotelzimmer zurückgekommen.

Gewohnheitsmäßig warf sie vor dem Schlafengehen noch einen Blick aufs iPad, um die Nachrichtenlage zu screenen.

Plötzlich war sie hellwach. „Glawischnig vor Rücktritt“, stand da. Im selben Moment meldete sich der Bundesgeschäftsführer der Partei, Robert Luschnik, aus Wien am Handy und gab ihr etwas zum Nachdenken für die Nacht: „Ulrike, bitte überlege, ob du es machst.“

Drei Monate später, es ist Samstag, der 12. August 2017 um 10 Uhr vormittags. Ulrike Lunacek klettert vor ihrer Wohnung in der Leopoldstadt in den Kampagnenbus der Grünen. Außen prangt ihr Konterfei. An diesem Samstag beginnt ihre erste Ausfahrt als Spitzenkandidatin in den wohl schwierigsten Wahlkampf seit Bestehen der Grünen.

Der KURIER ist dabei.

Erstes Ziel: Stainz in der Weststeiermark. Dort findet das alljährliche Schilcherfest statt. Lunacek sitzt gut gelaunt und voller Zuversicht im Bus.

Das mag auf den ersten Blick verwundern, ist aber auf den zweiten nachvollziehbar: Lunacek hat die Grünen an ihrem Tiefpunkt übernommen. Sie sind abgesackt auf sechs bis sieben Prozent in den Umfragen und geschwächt durch die Gegenkandidatur eines ihrer bekanntesten Gesichter. Ab nun kann es eigentlich nur noch besser werden, auch wenn das Wahlergebnis von 2013 unerreichbar scheint. Doch jedes Zehntelprozentpünktchen, das Lunacek an verlorenem Terrain zurückgewinnt, wird ihr Verdienst sein.

Badeanzug

„Ich bin eine Kämpfernatur“, sagt sie auf der Fahrt von Wien ins Steirische. Das hat sie vom Sport. Lunacek war früher Synchronschwimmerin und führt immer noch stets Badeanzug oder Neoprenanzug mit, weil sie es nur schwer schafft, an einem Gewässer vorbeizufahren, ohne hineinzuspringen.

Für die grüne Wahlkampfcrew hat Lunacek frische Feigen aus dem Garten ihrer Mutter mitgebracht. Frau Lunacek senior ist 88, lebt in Klosterneuburg …read more

Source:: Kurier.at – Politik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.