Meyer rät: Fernsehsucht: Was tun, wenn Fernsehen zur Droge wird?

Ein Mann vor dem Fernseher mit Bier und Chips

„Mein Mann verbringt jeden Abend vor dem TV. Wie gewöhne ich ihm das ab?», schreibt eine Leserin. Der Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer setzt sich mit dem Thema Fernsehsucht aus.

Eine radikale Lösung

Viele Probleme verlangen nach radikalen, bisweilen sogar extremen Lösungen. In Ihrem Fall müssen der Fernseher entsorgt, das TV-Abo gekündigt und der Kabelanschluss plombiert werden, was im Übrigen eine Menge Geld sparen wird. Aber derartige Lösungen bergen ein eigenes, neues Problem: Sie erzeugen meist ziemlich heftigen Widerstand. Und genau das ist der Grund, warum wir dort, wo entschlossenes Handeln erforderlich wäre, meist viel zu zögerlich und diffus agieren: weil wir uns vor der Reaktion fürchten. Und damit vor unserem eigenen Mut.

Den Grund der Abhängigkeit suchen

Die Folge dieses Selbstverrats – anders kann man das nicht nennen – ist ein Leben, das nicht der inneren Wahrheit entspricht und entsprechend freudlos verläuft. Ihre innere Wahrheit (und wohl die von uns allen) ist eine Beziehung, in der Sie und Ihr Partner einander zugewandt sind und eine intime, aktive Kommunikation pflegen. Aber das ist nicht möglich mit jemandem, der sich dermassen von Ihnen abgekehrt hat und von sich selbst auch gleich.

Kann die Beziehung gerettet werden?

Mit Flehen und Drängen haben Sie es vermutlich schon versucht, und es ist anzunehmen, dass Ihr Mann, wie jeder Junkie, sich davon nicht weiter hat beeindrucken lassen. Es stehen Ihnen daher nur zwei Möglichkeiten offen: Entweder Sie resignieren, lassen Ihren Mann dessen Privatleben damit verbringen, auf animierten Schund zu starren, und kümmern sich um andere Dinge und Menschen. Faktisch kommt das zwar einer seelischen Trennung gleich, aber diese scheint ohnehin längst vollzogen.

Entweder Sie resignieren, oder Sie setzen auf Entzug

Oder aber Sie entziehen ihm den Stoff wie oben beschrieben und halten eine Weile lang seine Entzugsschmerzen und die Aggression aus, die Ihnen als Verursacherin entgegenschlagen werden. Aber dies ist die einzige …read more

Source:: Blick.ch – Life

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