Wie Industrie 4.0 die Integration von Nachhaltigkeit in Innovationsprozesse fördern kann

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Interview mit Dr.-Ing. Dagmar Dirzus, Geschäftsführerin der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA), VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl, Inhaberin des Lehrstuhls Innovations- und TechnologieManagement iTM am Karlsruher Institut für Technologie KIT und Leiterin des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe.

Welchen Beitrag kann Industrie 4.0 dazu leisten, die Integration von Nachhaltigkeitszielen und -standards in Innovationsprozessen zu fördern?

Dirzus: Es geht darum, neue Messgrößen für den nachhaltigen Unternehmenserfolg zu identifizieren und zu etablieren. Im Zuge der öffentlichen und medialen Diskussion, aber auch in vielen Unternehmen, hat die Frage nach einer nicht bloß technologischen, sondern auch organisationalen Umgestaltung der Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Es geht dabei um neue Arten der Führung, einen Wandel vom etablierten Anbieter-Kunden-Verhältnis hin zu agilen, flexiblen, digital unterstützten Wertschöpfungs-Netzwerken. Und es geht zunehmend auch darum, wie sich Erfolge dieser ganzen Initiativen und Aktivitäten geeignet messen lassen. Hier scheinen die etablierten Performance-Kennzahlen („Key Performance Indicators“, „KPI“) nicht mehr ausreichend.

Wir müssen nach neuen Kennzahlen suchen, die mehr als rein monetäre Bewertungsfaktoren berücksichtigen.

Können Sie ein Beispiel geben?

Dirzus: Ein Beispiel ist das häufig zitierte „Learning KPI“, also die Frage, was das Unternehmen und seine Mitarbeiter aus einer konkreten (Digitalisierungs-)Initiative gelernt haben – unabhängig davon, ob sie finanziell (kurzfristig) erfolgreich ist. Damit wird vordergründig vielleicht kein Geld verdient. Tatsächlich verfügen aber viele – wenn nicht die meisten – Unternehmen über keine oder nur sehr begrenzte Kompetenzen in Hinblick auf Industrie 4.0 im Sinne systematischer Geschäftsmodell-Innovation. Es fehlen Prozess- und Methoden-Kenntnisse, geeignete Strukturen – und häufig selbst das Bewusstsein für die Notwendigkeit des zeitnahen Handelns. Wichtig ist also, Innovationsprojekte nicht (ausschließlich) nach Ihrem finanziellen „Return on Investment“ zu bewerten, sondern vielmehr zu fragen, wie sie dazu beitragen können, die Wettbewerbsposition des Unternehmens mittel- bis langfristig zu stärken.

Zieht man, davon unabhängig, eine vorwiegend wirtschaftliche Betrachtung heran, so ist …read more

Source:: The Huffington Post – Germany

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