Bundesverwaltungsgericht: Strand-Eintritt gekippt: Was das Grundsatzurteil für Urlauber und Gemeinden bedeutet

Das Meer direkt vor der Nase, aber ein Maschendrahtzaun versperrt den Zugang zum Strand. Diese Situation ist zwei Bewohnern der Nordseeküste ein Dorn im Auge. Sie haben gegen die ostfriesische Gemeinde Wangerland geklagt – und nun in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Mittwoch zum großen Teil Recht bekommen. Die Touristik GmbH Wangerlands darf nicht mehr für fast den ganzen neun Kilometer langen Strand von Tagesgästen Eintritt verlangen. Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Was haben die Richter entschieden?

Die Gemeinde Wangerland darf nur noch für kleine Teile der Küste Eintritt verlangen: für solche, wo die Gemeinde besonderen Badegenuss schafft – beispielsweise durch Restaurants, Kioske und Umkleidekabinen. An langen Abschnitten der beiden Strände gebe es solche Einrichtungen nicht, argumentierten die Leipziger Richter. Dort müsse freier Zugang möglich sein.

Die bisherige Regelung widerspreche Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes, der die allgemeine Handlungsfreiheit vorsieht. Außerdem eröffne das Bundesnaturschutzgesetz das Recht, freie Landschaften zu betreten. Die Strandabschnitte mit weniger Infrastruktur sehen die Richter als freie Landschaft.

Andere Gemeinden an der Küste müssen nun prüfen, ob die von ihnen erhobenen Gebühren rechtens sind – oder ob sie sie gegebenenfalls abschaffen müssen.

Welcher Streit steckt hinter dem Urteil?

Zwei Bürger aus Nachbargemeinden von Wangerland haben sich gegen die Eintrittspreise in zwei Strandbädern gewehrt. Dort müssen alle, die nicht direkt in Wangerland wohnen oder nicht länger dort Urlaub machen, für den Strandbesuch drei Euro zahlen – auch wenn es nur um einen Spaziergang geht.

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Wie haben die Kläger argumentiert?

„Zu meiner Jugendzeit konnte man frei an den Strand“, sagt Janto Just, einer der Kläger, der seit Jahren gegen die Gebühren kämpft. In den 1970er-Jahren sei es losgegangen mit dem Einzäunen. Der niedersächsische Gesetzgeber habe dagegen nichts …read more

Source:: Stern – Reise

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