Kurz gegen Strache: Aggressives Duell statt Kuschelkurs in Schwarz-blau

Am Sonntag kuschelten Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache beim Puls4-Duell noch. Damit war gestern Schluss. Strache unterstellte Kurz „dramatisches Versagen“.

Eigentlich rollte Sebastian Kurz gleich in der Minute eins den roten Teppich für seinen blauen Kontrahenten aus. Doch Heinz-Christian Strache verweigerte. Er wollte den ausgebreiteten Red Carpet partout nicht betreten. Statt einen Kuschelkurs suchte Strache vielmehr den Infight mit dem ÖVP-Spitzenkandidaten – und den bekam er dann auch. Phasenweise – vor allem beim schwarz-blauen Kernthema Integration und Zuwanderung – entwickelte sich der Zweikampf zu einem unmoderierten Duell. ORF-Moderator Tarek Leitner bekam die beiden Parteichefs nicht in den Griff. „Strache war hart, aber zivilisiert in der Argumentation“, bilanziert Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer.

Doch zurück zum Auftakt des Duells: Kurz erklärte Strache und sich selbst bereits zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden zu den aussichtsreichsten Anwärtern für das Bundeskanzleramt. Davon wollte der blaue Parteichef nichts wissen.

Strache definierte vielmehr in den ersten fünf Minuten sein Ziel: Sich als den Schmied und den „jungen sympathischen Mann“, wie Strache Sebastian Kurz nannte, als den Schmiedl darzustellen. „Da wusste man sofort, dass der Ton rau werden würde“, sagt Mediencoach Gerald Groß, der für den KURIER die Wahlduelle beobachtet.

Der FPÖ-Chef unterstellte dem Außenminister ein „dramatisches Versagen“ bei der Integration und vor allem im Jahr 2015 als die Flüchtlinge unkontrolliert nach Österreich kommen konnten. Es hagelte einen Vorwurf nach dem anderen. Strache listete akribisch auf, mit welchen Zitaten Kurz in den vergangenen Jahren aufhorchen ließ. Etwa, dass der „Islam zu Österreich gehöre.“ Oder: „Dass der durchschnittliche Zuwanderer gebildeter ist als der Österreicher“. Detto kritisierte Strache, dass Kurz den Muslimen zum islamischen Opferfest gratulierte. „Das ist nicht mein Integrationsverständnis.“

Lange hatte man den „alten Strache“ gesucht bei den bisherigen TV-Duellen, vier Tage vor der Wahl tauchte er plötzlich wieder auf: Aggressiv, hart – kombiniert mit persönlichen Angriffen.

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Source:: Kurier.at – Politik

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