Regierungschef Puigdemont versucht, das Gesicht zu wahren: Mit dem Feuer gespielt, die Finger verbrannt

Puigedemont hat die Unabhängigkeit Kataloniens auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Weil es das Ende seiner Krone bedeuten könnte, hat der spanische König jeglichem Separatismus eine Absage erteilt.

Am Schluss war es ein Rückzugsgefecht. Die Einsicht wohl auch, dass Carles Puigdemont (54) mit seinem Ansinnen, die Unabhängigkeit Kataloniens erklären zu wollen, auf verlorenem Posten stand. Madrid blieb hart, und in Katalonien gingen am Wochenende Hunderttausende auf die Strasse für die nationale Einheit. Aus anderen Regionen Spaniens, aus dem Ausland, aus der Europäischen Union – von nirgendwo kam Unterstützung für die Separatisten.

Und so setzte der Ministerpräsident Kataloniens auf Gesichtswahrung, nahm die Ausrufung der Unabhängigkeit zwar nicht zurück, verschob diese aber auf unbestimmte Zeit. Er weiss wohl, was dies bedeutet: Nach dem Adrenalinschub durch die Abstimmung wird es nahezu unmöglich sein, diesen Siedepunkt noch einmal zu erreichen. Stattdessen warb der bedrängte Puigdemont um Verständnis. Bei den Spaniern. Er wolle den Dialog, sagte er zu den Menschen ausserhalb. Die Katalanen seien schliesslich „keine Verbrecher, keine Verrückten, keine Putschisten». Fast kleinlaut bat er die katalanischen Firmen, die Region nicht zu verlassen.

Abspaltung könnte das Ende der Krone bedeuten

Jetzt hofft der Ministerpräsident auf internationale Vermittlung. Aber wer soll ihm helfen? Die spanische Regierung hat die Abstimmung als illegalen, gegen die spanische Verfassung gerichteten Urnengang taxiert. König Felipe VI. hat jedem Separatismus im Land eine Absage erteilt. Denn jede Abspaltung von autonomen Gebieten könnte das Ende der Krone bedeuten. Keine europäische Vermittlungstätigkeit kann diese Tatsachen ignorieren. Mehr noch: Würde sich eine solche auf die Seite der Separatisten stellen, würde dies als Einmischung in innerspanische Angelegenheiten interpretiert. Dies wiederum würde den Groll der Mehrheit der Iberer weg von den Katalanen auf die europäische Ebene lenken. Und die EU kann kein Interesse haben, zur Zielscheibe zu werden.

Was bleibt? Puigdemont könnte den in der Verfassung vorgezeichneten Weg für eine …read more

Source:: Blick.ch – Ausland

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