„Carry Fire“: Das neue Album des Fackelträgers Robert Plant

Robert Plant sieht ganz schön verwittert aus auf dem Cover seines neuen Albums. Jede gemeißelte Furche geht vermutlich auf einen der gewaltigen Exzesse zurück, für die seine Hardrockband Led Zeppelin seit den späten Sechzigerjahren so berühmt war wie für die pionierhafte Lautstärke.

Led Zeppelin waren Legenden der Ausschweifung, Rockmillionäre, die mit Einkaufstüten voller Kokain durch die Hotels zogen, üble Dinge mit Groupies veranstalteten und für die härteren Verhandlungen einen halbkriminellen Manager eingestellt hatten, der Geschäftspartner zwecks Überredung aus dem Fenster hängte.

Der weise Alte vom Berg

Ganz schön aber auch, weil Bild und Gesichtsausdruck so entschlossen und gesammelt wirken, er sieht mit seinen 69 Jahren ein bisschen wie der weise Alte vom Berg aus. Die irren Zeiten mit der Band liegen ja lange zurück. Sie hat sich 1980 nach dem Tod von Drummer John Bonham aufgelöst, der dem Lifestyle erlegen war – seit 1985 treffen sich die Hinterbliebenen, Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones, ungefähr ein Mal pro Jahrzehnt für Reunion-Gigs.

Aus den alten Zeiten hat sich Plant die langen Korkenzieherlocken bewahrt, für die er sich früher selbst als „goldener Gott“ feierte; wer ihn letztens mal auf einer Bühne gesehen hat, weiß dass er schlank aber kompakt ist und die Haare einen gewissen dünneren Minipli-Einschlag zeigen.

Ohne rolligen Unterton

Nicht nur bewahrt, sondern auf gewisse Weise optimiert hat er indes die Stimme. Zu den vielen guten Gründen für den unwahrscheinlichen Erfolg Led Zeppelins gehörte sein heiserer, voller Ton, in dessen erstaunlich sicheren Höhen er gern mal hypersexualsiert herumkreischte. Im Alter stattet er sie jetzt lieber mit feineren Nuancen aus, er…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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