Der erste Börsen-Crash: Wie mit Tulpen Millionen verbrannt wurden

ZÜRICH –
Der Börsencrash von 2008 ist keine geschichtliche Einmaligkeit. Schon im 17. Jahrhundert crashte die erste Börse – wegen einer Blume.

Haben Sie Gewürznelken, Pfeffer oder Muskat in der Küche? Dann sind sie schwerreich! Zumindest nach den Massstäben des 17. Jahrhunderts. Damals waren diese Gewürze wertvoller als Gold. Denn man verwendet sie auch als Konservierungsstoffe und als Grundlage für Medikamente.

Gewürze waren damals ein Statussymbol. Und der Handel damit das lukrativste Geschäft der Welt. Dieses bringt aber nicht nur Geld, sondern auch enorme Risiken mit sich.

1602 entsteht die erste Aktiengesellschaft

Von der beschwerlichen Überfahrt nach Indonesien, wo die Muskatbäume wachsen, kehren nur wenige Schiffe zurück – häufig ist dann nicht mal mehr die Hälfte der Matrosen am Leben. Die wohlhabenden Kaufleute in Amsterdam haben nicht genug Geld, um diese Risiken zu finanzieren.

Die Lösung für das Problem: Geld durch die Ausgabe von Aktien einsammeln. Im März 1602 entsteht die Vereenigde Oostindische Compagnie, kurz VOC, als erste Aktiengesellschaft. Sie ist fast 200 Jahre lang das grösste Wirtschaftsimperium der Welt. Es ist das erste Mal, dass Wertpapiere ausgegeben werden, die nicht wie Schuldscheine zurückgezahlt werden müssen. Die Aktionäre bekommen Stimmrechte und Dividenden. Bis 1645 werden Naturaldividenden bezahlt, oft in Form von Pfeffersäcken. Die reichen Kaufleute werden darum auch Pfeffersäcke genannt. Kein Wunder, ein Pfeffersack war damals so wertvoll wie ein Haus in Amsterdam.

„Pfeffersäcke» wollen Reichtum mit Tulpen präsentieren

1604 stechen die ersten Schiffe der VOC in See, um Gewürze aus Indien und Indonesien, aber auch Tee, Seide und Porzellan aus China oder Kupfer und Edelsteine aus Siam (heute in etwa Thailand) zu importieren. Die VOC ist sehr erfolgreich, ihr Kurs steigt nach kurzer Zeit um 15 Prozent. Bis …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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