Inszenierte Hauptstadt: Kreuzberger Studio veredelt Szenen für Hollywood-Blockbuster

Der Fernsehturm musste weg, das Einkaufszentrum Alexa auch – die Gebäude gab es damals noch nicht, als Gereon Rath, Kommissar im Sittendezernat, versucht, im trüben Berlin der 1920er-Jahre für Ordnung zu sorgen.

Die Stadt ist kaputt, eine sozial und politisch zerrissene Metropole, aber das ändert nichts daran, dass die historischen Bilder in der Serie „Babylon Berlin“ stimmen sollten. Das Berliner Studio Rise war für die digitale Bearbeitung verantwortlich und hat den Fernsehturm und das Einkaufszentrum an ihren Computern wegretuschiert.

Ein dicker Fisch im Geschäft

Es ist dunkel in dem großen Büro in einem Kreuzberger Hinterhof nahe der Spree, Florian Gellinger erzählt von der Firmengeschichte, die Namen weltberühmter Regisseure fallen fast beiläufig. Er ist einer der Eigentümer, 38 Jahre alt, ein ruhiger Typ mit Turnschuhen, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Das war vor allem am Anfang wichtig, als es vor zehn Jahren darum ging, die Firma aufzubauen. Gellinger und seine Kollegen machten sich als Retter in der Not einen Namen in der Szene. Kamen andere Studios bei der Bearbeitung von Hollywood-Produktionen nicht weiter, wurde das Berliner Team alarmiert. Gellinger erzählt von viel Pizza und zahllosen Nächten ohne Schlaf.

Inzwischen ist das Unternehmen mit knapp 200 Angestellten ein dicker Fisch im Geschäft und wurde auch für die Bildbearbeitung bei „Babylon Berlin“, einer der aufwendigsten Produktionen der deutschen Filmgeschichte, ausgewählt.

Der dunkle Raum ist geräumig, leise, aber eben mit künstlichem Licht nur spärlich beleuchtet. Reflexionen durch Sonnenlicht würden bei der Arbeit am Bildschirm nur ablenken, denn es kommt auf Details an. Für die Szene am Alexanderplatz, die früh in der Serie zu sehen sein wird, wurden nicht nur die Gebäude verändert, auch die Werbeschrift auf dem Kaufhaus musste angepasst werden und die S-Bahn im Hintergrund sah damals natürlich auch ganz anders aus als Serienzüge heutzutage.

Bildbände hat das Team gewälzt und Archive besucht, sogar mit S-Bahn-Historikern …read more

Source:: Berliner Zeitung – Digital

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