Jamaika-Diskussion bei Maybrit Illner: „Polarisierung ist sozialer Sprengstoff“

Jamaika zum Dritten bei Maybrit Illners Talkshow. Immerhin stellt sie diesmal die richtige Frage: Koalition nur für Eliten – wie sozial wird Jamaika? Denn das anvisierte Bündnis aus CDU/CSU, FPD und Grünen repräsentiert natürlich die bürgerliche Mitte, die den CDU-Wahlkampf-Slogan vom „Land, in dem wir gut und gerne leben“, gewissermaßen verkörpert. Der satirisch angehauchte Einspieler zu Beginn brachte das auf den Punkt, als er über „smarte Mittelständler in der Union, die Lobby der Zahnärzte und Immobilienmakler und hippe schwäbische Vegetarier“ spottete. Und zumindest die Vertreter der ersten beiden Gruppierungen bestätigten im Verlauf der Sendung mehr oder weniger indirekt diese Charakterisierung.

Zu wenig Emotionen im Wahlkampf

Denn Wolfgang Kubicki von der FDP zum Beispiel erklärte kurzerhand die Mietpreisbremse zur „Chimäre“, und Ilse Aigner von der CSU berief sich ein ums andere Mal auf ihre Mittelständler. Als künftige Oppositionsführerin wurde Noch-Arbeitsministerin Andrea Nahles, SPD, erstmal von Illner gefragt, warum ihr Hauptthema Gerechtigkeit nicht genügend Wähler mobilisiert habe. Vielleicht sei die Partei „nicht emotional genug“ gewesen, so Nahles. Das kann man von den anderen Parteien (bis auf die Nazi-Freunde von der AfD) auch sagen. Und Kubicki wie auch der Grüne Jürgen Trittin geben ja gerne den kühlen Analytiker.

So blockte der Freidemokrat Illners Frage ab, was er davon halte, dass die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr im Tarif beschäftigt sei: Das sei Sache der Tarifparteien. Trittin dagegen betonte, die Veränderungen in den Kernbereichen der Wirtschaft seien nur mit den Gewerkschaften zu erreichen – und teilte mit Nahles den Blick auf die sozialen Probleme, indem er etwa mehr bezahlbare Mietwohnungen forderte. Die Herausforderung, ein Begriff, der zum Leitwort dieses Abends wurde, sei, das Zerreißen der Gesellschaft zu verhindern.

Illner legt den Finger in die Wunde

Maybrit Illner gelang es, mit ihren Fragen klare Struktur in…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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