Politologen: Umfragen „mit Vorsicht genießen“

Alles was Sie über Umfragen und ihre Auswirkungen auf die Wahl wissen müssen.

Die Umfragen für die Nationalratswahl sind – wie jede Erhebung – laut Experten „mit Vorsicht und dosiert zu genießen“, wie es etwa Politologe und Wahlforscher Fritz Plasser gegenüber der APA formulierte. Umfragen könnten zwar Trends wiedergeben, meinte Politwissenschafter Peter Filzmaier, aber: „Wir sollten so damit umgehen, dass wir uns von der Sehnsucht nach der Kristallkugel verabschieden.“

Gleichzeitig betonte Filzmaier, dass er von einem „Umfrage-Bashing“ überhaupt nichts halte. Umfragen könnten Trends wiedergeben: So konnte man dadurch etwa erkennen, dass die ÖVP mit Sebastian Kurz an der Spitze um so viel besser liegt als unter Ex-VP-Chef Reinhold Mitterlehner. Mehr als Trends seien aber vor allem in der Frage des Wahlausgangs nicht ablesbar, auch wegen der hohen Zahl von unentschlossenen Wahlberechtigten und den vielen, die sich erst ganz zum Schluss (manche erst in der Wahlkabine) entscheiden (sogenannte „Late Deciders“).

Plasser betonte, dass er das „Medikament“ der Umfrage „durchaus für verabreichungswürdig“ halte. Man solle es nicht verbieten, sondern müsse nur sorgsam damit umgehen. So wäre es wünschenswert, wenn manche Medien bei der Publizierung von demoskopischen Daten etwas sorgfältiger vorgehen würden. Notwendig wäre etwa, die Schwankungsbereiche von Umfragen grafisch darzustellen. Wichtig sei es aber vor allem, Umfragen nicht als Prognosen misszuverstehen.

„Wir denken in Schwankungsbreiten“

Auch die Meinungsforscher selbst plädieren für einen vorsichtigen Umgang mit den Ergebnissen der Erhebungen: Man dürfe sich nicht auf eine Zahl festnageln, sagte etwa Peter Hajek (Public Opinion Strategies): „In Wirklichkeit muss man sagen, wir denken in Schwankungsbreiten.“ Für die aktuellen Umfragen bedeute das etwa für die ÖVP, dass diese „irgendwo zwischen 30 und 36 Prozent zu liegen kommen“ – wohlgemerkt, in den Umfragen, nicht im Wahlergebnis. Denn: „Es ist eine Umfrage, keine Prognose“, wie auch auch Polit-Berater Thomas Hofer betonte.

Auswirkungen auf die Wahlentscheidung haben Umfragen zweifellos, betonte Plasser: „Dass veröffentlichte Umfragen …read more

Source:: Kurier.at – Politik

(Visited 9 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.