„Wie Sagt man?“ – Gedanken zu Geselschaftlichen Umgangsformen

2017-10-10-1507665805-8621080-IMG_0517.jpg

Bestimmte gesellschaftliche Praktiken und Rituale haben ihren Ursprung in für uns nicht mehr bekannten Begebenheiten. Die Sitte des Anstoßens stammt vermutlich aus dem Mittelalter. In dieser Epoche war es üblich, die Getränke von Gegenspieler und Konkurrenten mit Gift zu versetzen. Um sich vor einer solchen Vergiftung zu schützen entwickelte sich der Brauch, kraftvoll miteinander anzustoßen, so dass dabei die Inhalte der Becher überschwappten und sich vermischten. Das Winken hatte wohl den Sinn, dem anderen die leeren Handflächen als Zeichen friedlicher Absichten zu zeigen.

Auch die Höflichkeitsform der Danksagung hat seinen Ursprung in für uns heute nicht mehr präsenten Umständen. Sie gründet in einer Zeit, in der der soziale Zusammenhalt elementar für jeden einzelnen Menschen war. Ethnologische Forschungen haben aufgezeigt, dass der Tausch eine bedeutsame Art des Miteinanders und menschlicher Verbindung war (vgl. Endruweit; Trommsdorff (Hrsg.): Wörterbuch der Soziologie, Lucius&Lucius, Stuttgart 2002: 539). Der Tausch von Geschenken sorgte innerhalb der Stämme für eine friedliche Atmosphäre. Doch nicht nur materielle Güter wurden getauscht, sondern auch Grüße und andere Gesten. Die Weigerung der Partizipation an diesen Tauschbeziehungen zog negative Sanktionen, sowie den Ausschluss von den damals essentiellen Beziehungen. Damit konnte eine solche Person an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, was sie von dem lebenswichtigen sozialen und wirtschaftlichen Leben ausschloss (vgl. ebd.).

Da jede Gemeinschaf über solche spezifischen Verhaltensvorschriften und Normen verfügt, die jedes Mitglied durch die Sozialisation erlernt, werden diese von Generation zu Generation weitergeben, verfestigt und bleiben somit meist unhinterfragt. Folglich ist das gesellschaftliche Zusammenleben durch gewisse Verhaltenskodizes geregelt, die von der Mehrheit der Mitglieder einer Gesellschaft akzeptiert werden. Zudem werden Normen durch gesellschaftliche Sanktionen geschützt und gefestigt. Laut Popitz ist die Gebundenheit an Normen eine triviale Erfahrungen, da Menschen sich in sozialen Situationen begeben, die schon im Voraus determiniert sind und deshalb nicht einfach ignoriert werden können (vgl. (vgl. Popitz, Heinrich: …read more

Source:: The Huffington Post – Germany

(Visited 6 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.