Ottmar Hitzfeld über die Nati: «Die Nati ist dank Secondos so gut»

Ottmar Hitzfeld (68) sagt, sein Nachfolger Vladimir Petkovic ­ mache einen „sensationellen Job». Und erklärt, warum die Secondo-Mentalität gut für die Nati ist.

BLICK: Ottmar Hitzfeld, Haris Seferovic wird von eigenen Fans ausgepfiffen. Ist das für Sie als Deutschen die Schweizer Mentalität?
Ottmar Hitzfeld: Also man muss ganz klar sagen: In Deutschland kommt so etwas nicht vor. In der Schweiz sind die Ansprüche an die Nati zu hoch. Die Fans sind verwöhnt. Man darf nicht vergessen, dass die Schweiz zehnmal kleiner als Deutschland ist – und nun zum vierten Mal in Folge an einer WM. Das ist nicht hoch genug zu werten, was der Schweizer Fussball international leistet – auch der FC Basel.

Sind die Pfiffe versteckter Rassismus, weil sich viele Fans mit der Nati nur schwer identifizieren können?
Nein. Ganz sicher nicht. Ich hoffe, dass die Fans lernen. Und die Mannschaft noch mehr anspornen, wenn ein paar Chaoten pfeifen. Man darf nicht vergessen: Die Nati ist dank der Secondos so gut. Sie kennen keine Furcht. Sie tragen denunbändigen Siegeswillen durch ihre Mentalität in sich. Und der U17-Titel 2009 hat den Glauben an Wunder verstärkt. Sie wissen, dass man mit den ganz Grossen mithalten kann.

Haris Seferovic kam unter Ihnen in die Nati. Wie geht er als Mensch damit um?
Er ist ein Mann wie ein Bär. Aber ein sehr sensibler und feinfühliger Mensch. Er wird tief getroffen sein, zumal er der beste Torschütze der Qualifikation war. Darum haben mich die Pfiffe aufgeregt. In einer solchen Situation muss das Publikum voll hinter der Mannschaft stehen. Kein Spieler ist fahrlässig, jeder will das Beste. Die Fans werden hoffentlich daraus lernen. Spüren, dass sie sich falsch ver­halten haben, nur weil sie selber nervlich angespannt waren.

Naja, die Fans scheinen lern­resistent zu sein. 2008 wurde schon Marco Streller ausgepfiffen, 2010 Alex Frei.
Als Trainer machst du die …read more

Source:: Blick.ch – Sport

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