„Ein Europa-Radikaler“: Schulz erntet für seine EU-Pläne heftige Kritik

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SPD-Chef Martin Schulz hat mit seiner Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa bis 2025 heftige Reaktionen ausgelöst
CSU-Politiker Dobrindt bezeichnete den Sozialdemokraten als „Europa-Radikalen“
Mehr Reaktionen seht ihr oben im Video

Europa war eines der zentralen Themen der Rede von Martin Schulz beim SPD-Parteitag in Berlin. Mit einer Forderung hat der wiedergewählte Parteichef heftige Kritik ausgelöst.

Schulz will die Europäische Union bis 2025 in die Vereinigten Staaten von Europa mit einem gemeinsamen Verfassungsvertrag umwandeln. EU-Mitglieder, die dieser föderalen Verfassung nicht zustimmten, müssten die EU verlassen, sagte Schulz am Donnerstag auf dem Parteitag.

Skeptische Reaktionen aus anderen Parteien ließen nicht lange auf sich warten.

Dobrindt: Schulz ist ein „Europa-Radikaler“

Besonders CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt griff Schulz scharf an.

Man müsse jemanden, der die Auflösung der Nationalstaaten in den kommenden sieben Jahren wolle „und der alle, die sich diesem Diktat nicht beugen wollen, aus der EU rausschmeißen will, wohl als einen Europa-Radikalen bezeichnen“, wetterte Dobrindt.

„Schulz spaltet damit Europa“, sagte er. Europa funktioniere aber „nur als Teamprojekt und nicht als Feldzug gegen Andersdenkende“.

Der Vorsitzende der CDU-CSU-Gruppe im Europaparlament, Daniel Caspary, warnte in der „Welt“ vor „wolkigen Luftschlössern für den Sankt-Nimmerleins-Tag“. Europa müsse vielmehr bürgernah bleiben und für Sicherheit und Wohlstand sorgen.

Merkel bleibt zurückhaltend

Die Grünen-Außenpolitikerin Franziska Brantner nannte das Zieldatum „willkürlich“. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron brauche auf seine Reformvorschläge für die EU „eine seriöse Antwort aus Deutschland“, sagte Brantner der „Welt“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag von Schulz. Als sie am Donnerstag in einer Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, wich sie der Frage aus.

Ihr gehe es bis 2025 vor allem um mehr Handlungsfähigkeit der EU. Die EU-Staaten müsste in vielen Bereichen stärker kooperieren. Merkel nannte die Verteidigungs-, Außen- und Entwicklungspolitik.

Außerdem müsse die Wirtschafts- und Währungsunion „wetterfest“ gemacht werden. Sie sei überzeugt, in der Europapolitik könne eine Vielzahl von …read more

Source:: The Huffington Post – Germany

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