Berechnendes Lächeln an Olympia brachte mehr als jede Rakete: Kims Schwester holte diplomatisches Gold

Drei Tage lang war die Schwester des Diktators Kim Jong Un in Südkorea – und verlieh dem nordkoreanischen Regime ein neues Gesicht. Die Propaganda-Direktorin dürfte ganz zufrieden sein mit ihrer Wirkung.

Kim Yo Jong (30) lächelte, schüttelte Hände, feuerte Athleten an. Und die Welt war baff. In kürzester Zeit verlieh die Schwester des grimmigen Kim Jong Un dem Regime in Nordkorea ein neues Gesicht. Die „Ivanka Trump Nordkoreas» oder „Nordkoreas Polit-Prinzessin», wie sie internationale Medien verzückt nennen, dürfte nach ihrem dreitägigen Besuch zufrieden in ihre Heimat zurückgekehrt sein.

Nordkorea sei ein „früher Favorit auf die diplomatische Goldmedaille», bilanziert die Nachrichtenagentur Reuters. „Kim Jong Uns Schwester stiehlt Mike Pence die Show», heisst es in einem Bericht der „New York Times» über den Besuch des US-Vizepräsidenten. „Sie stärkt das Image Nordkoreas», stellt der Asien-Experte der BBC in einer Analyse fest.

Ihre Wirkung ist kein Zufall, denn Kim Yo Jong weiss, was sie tut. Sie ist die Direktorin des nordkoreanischen Propaganda-Ministeriums und seit Jahren massgeblich für den Personenkult um ihren Bruder mitverantwortlich. Die beiden stehen sich so nahe, dass sie während einer mysteriösen Amtspause im Jahr 2014 sogar wichtige Regierungsgeschäfte in die Hand genommen haben soll.

USA zeigt sich unbeeindruckt

Doch die Charme-Offensive kommt nicht überall gut an. Der japanische Aussenminister verurteilte ihre Auftritte als „Lächel-Diplomatie». US-Vizepräsident Mike Pence sprach von einer „Propaganda-Farce». Als die Athleten Nord- und Südkoreas bei der Eröffnungszeremonie in Pyeongchang gemeinsam einliefen, blieb Pence demonstrativ sitzen – und würdigte Kim Yo Jong, die gleich neben ihm sass, keines Blickes.

In Südkorea rief ihr Besuch gespaltene Reaktionen hervor. Viele Leute zeigten sich fasziniert über diese ungewohnte Seite der Kim-Dynastie. Doch auf der Strasse gab es auch Proteste mit dem Ziel, die Verbrechen des Regimes in Erinnerung zu rufen.

Während die diplomatischen Fronten zwischen den USA und Nordkorea verhärtet sind wie eh und je, reicht der …read more

Source:: Blick.ch – Ausland

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