Nachruf: Zum Tod des Bühnenbildners und Regisseurs Wilfried Minks

Wilfried Minks war fünfzehn, als er zum Flüchtling wurde. In Böhmen kam er 1930 auf einem Bauernhof in unsere Welt, Ende des Krieges floh er mit den Eltern nach Wurzen, Sachsen. In Leipzig begann er ein Kunstgewerbestudium, wechselte rasch an die Berliner Akademie der Bildenden Künste – und trat 1959 sein erstes Engagement als Bühnenbildner an einem Theaterhaus an. In Ulm.

Das war ein Glücksfall für die deutsche Nachkriegstheatergeschichte. Denn in Ulm traf Minks auf den Intendanten Kurt Hübner und die Regisseure Peter Zadek und Peter Palitzsch. Sie waren damals alle noch jung, unbekannt, ungeduldig und wechselten 1962 gemeinsam nach Bremen, wo sie prägten, was heute sonderbarerweise gern abwertend als Regietheater gehandelt wird: ein Theater, das sich als eigenständige, widerborstige, einfallsreiche Kunst verstand.

Miterfinder des Regietheaters

Ein Theater, bei dem sich die Regie nicht in Dienerschaft zum alleinigen Lobe des Textes ergeht, die Musik, das Licht, das Bühnenbild weder bloßer Hintergrund noch nachgeordnetes Beiwerk sind, sondern entscheidender Bestandteil eines Ganzen. Ohne Minks gäbe es dieses Gesamttheater nicht.

Wilfried Minks hat seine Bühnenbilder immer als eigenständige Kunstwerke begriffen, gern auch als Kontrapunkte, Widerhaken zum inszenierten Spiel. Er war es auch, der die Bildende Kunst auf die Bühne geholt hat, anfangs vor allem die Pop Art….Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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