Botschaft von Deniz Yücel: „Ich kann das Tröten bis hierher hören“

Um 14 Uhr füllen sich die ersten Herzen. Es sind etwa 700 Luftballons in Herzform, auf denen Deniz Yücels Konterfei prangt. Der „Korso der Herzen“ startet am Nachmittag, um schließlich gegen 18.20 Uhr am Festsaal in Kreuzberg mit Hupen anzukommen.

Auf den Verkehrsinseln haben Reporter ihre Fernsehkameras platziert, Polizisten sperren mit grellem Blaulicht die Straße für den Autokorso, und die Menschenschlange vor dem Festsaal wächst. Drinnen findet bald keiner mehr Platz – ausverkauft.

Ein Gruß aus dem Gefängnis

„Wir sind ja nicht zum Spaß hier“, heißt das Buch, das an diesem Abend veröffentlicht wird. Es ist von Deniz Yücel, dem Journalisten, der vor einem Jahr genau in der Türkei verhaftet wurde. Im Saal ist leise Musik zu hören, die vielen Interviews, die die Mitglieder des Freundeskreises #FreeDeniz geben müssen, führen zu einer kleinen Verzögerung. Vor allem Doris Akraps Gesicht erstrahlt in der Menge, von den Kameralampen ausgeleuchtet.

Doch gegen 20 Uhr steht die taz-Redakteurin auf der Bühne und liest eine Grußbotschaft vor. „Ich kann das Tröten und Hupen bis hierher hören“, schreibt Deniz Yücel. Doris Akrap, eine Freundin, die Yücel seit 30 Jahren kennt, bekam die Botschaft erst wenige Minuten zuvor von den Anwälten geschickt. Sie liest sie vom Handybildschirm ab.

Er bedaure, dass er bei der Premiere seines Buches nicht selbst dabei sein könne, schreibt er, aber den Inhalt kenne er ja. „Mir bereitet meine Verhaftung keine Sorgen, weil ich Dilek…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

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