CDU: Abgehängte Partei-Senioren schlagen gegen Merkel zurück

Eine grimmige Garde rückt da vor auf die CDU-Zentrale und aufs Kanzleramt. „Demütigung!“, ruft der Schmalste von ihnen, Friedrich Merz sein Name. Die CDU lasse offenbar „alles mit sich machen“, beschwert sich der mit der Brille. Er heißt Roland Koch. Angela Merkel habe „desaströs verhandelt“, donnert der Älteste namens Volker Rühe, der mit dem sehr vierkantigen Kopf. Die drei scheinen nichts Gutes im Sinn zu haben mit der Frau, die ihre Partei führt und die sich gerade anschickt, das vierte Mal Bundeskanzlerin zu werden.

Ein paar Jüngere sind auch dabei: Carsten Linnemann warnt vor dem Ende der Volkspartei CDU, weil Merkel der SPD das Finanzministerium überlassen habe. Jens Spahn befindet, seine Partei sei keine Monarchie, in dem die Chefin ihre Nachfolge festlegen könne. Paul Ziemiak fordert Erneuerung.

Der Chef des Unions-Wirtschaftsflügels, ein Finanzstaatssekretär, der Vorsitzende der Jungen Union vereint mit dem Ex-Unions-Fraktionschef, einem Ex-Ministerpräsidenten und einem ehemaligen Verteidigungsminister und kein Finanzministerium mehr – war es das mit der CDU und mit der Führungskraft Angela Merkel?

Die gibt ihre Antwort am Mittwochabend in einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, kurz vor der Küste. Beim Aschermittwoch ihres CDU-Landesverbands weist sie die Kritik zurück: „Wir wollen eine stabile Regierung und uns nicht permanent mit uns selbst beschäftigen“, ruft sie und fügt ein „Wir schaffen das“ hinzu. Weil sie im Flüchtlingsstreit für diesen Satz so gescholten wurde, klingt das fast trotzig. Die CDU werde auf die Finanzpolitik schon aufpassen. Und sie sei verwundert, dass das Wirtschaftsministerium, das man nun besetzte, manchen nicht mehr zähle. Die Union sei künftig verantwortlich für alle Investitionen in Straße, Landwirtschaft, Bildung und Wohnungsbau. „Wer daraus nichts macht, hat die Aufgabe nicht verstanden“, ruft Merkel – ein bisschen grob kann sie schon auch mal werden.

Es ist gut möglich, dass Merkel sich gerade fühlt, als wäre sie zurückkatapultiert um 15 oder 20 Jahre und dass …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

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