Chef Mark Schneider setzt Lebensmittel-Gigant auf Diät: Mehr Vitamine und Bio für Nestlé

Der grösste Nahrungsmittelkonzern muss sich im digitalen Zeitalter neu erfinden. Globale Marken sind keine Erfolgsgaranten mehr. Smarten Brands mit einer Ausstrahlung von Natur und Bio gehört die Zukunft.

In jungen Jahren wollte er McKinsey-Berater werden. Nach dem letzten Gespräch in der Zentrale in New York wurde ihm beschieden, er sei smart, aber kein Consultant. Als ihm später ein Chef riet, für eine Sanierung Berater beizuziehen, meinte er, das mache er lieber selber.

Selber macht es Mark Schneider (52) auch jetzt. Seit einem Jahr ist er nun Nestlé-Chef, heute präsentiert er der Öffentlichkeit erstmals seine Bilanzzahlen. Und in Umrissen ist auch bereits erkennbar, wohin er den 90-Milliarden-Koloss Nestlé (siehe Box) mit seinen weltweit über 300’000 Mitarbeitern steuern will.

Die vierte Häutung

Es ist so etwas wie die vierte Häutung der über 150-jährigen Firma mit Schweizer Wurzeln und globalem Aktionsradius. Zunächst produzierte Nestlé kalorienreiche Nahrungsmittel für eine unterernährte Bevölkerung. Helmut Maucher (90), der Architekt der modernen Nestlé und einer von Schneiders Vorgängern, baute die Firma ab den 1980er-Jahren zu einem Hotspot globaler Marken in den Bereichen Wasser, Eiscreme und Tiernahrung aus.

Nicht mehr Fabriken zur Nahrungsmittelproduktion standen im Zentrum, sondern die Nestlé-Brands. Maucher schrieb den Bestseller „Marketing ist Chefsache». Sein Nachfolger, Peter Brabeck-Letmathe (73), individualisierte das Marken-Arsenal der Nestlé in Richtung stärker personalisierter Nahrungsmittel: „Massgeschneidertes für jeden Lebensabschnitt und jeden Konsumenten vom Kleinkind bis zu den Senioren.»

Und jetzt, mit Mark Schneider als erstem extern rekrutiertem Nestlé-Chef, steht der Lebensmittelgigant möglicherweise vor seiner bedeutendsten Herausforderung.

Nestlé bekommt Konkurrenz

Globale Vertriebs- und Markenmacht sind im 21. Jahrhundert selbst für den grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt keine Erfolgsgaranten mehr. E-Commerce und neue wendige Start-ups besetzen mit neuen Food-Produkten zunehmend Nischen, die sich rapide wandelnde Ernährungsgewohnheiten der Kunden schneller befriedigen, als dies ein grosser Tanker wie Nestlé je könnte.

Am Neuen liegt es nun, die traditionelle, …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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