Eigenes Training: Eisschnellläufer Beckert wagt den Aufstand

Alle Sportler freuen sich bei Olympia besonders darauf, Athleten aus anderen Ländern zu treffen, auch mal bei anderen Medaillenentscheidungen vorbeizuschauen. Für die deutschen Eisschnellläufer sind die Spiele eine gute Gelegenheit, mal etwas mehr Zeit mit den eigenen Teamkollegen zu verbringen. Denn die Nationalmannschaft erinnert an eine Splittergruppe. Wer der Trainingsphilosophie des Bundestrainers Jan van Veen folgt, spult seine Trainingskilometer vor allem im bayerischen Inzell ab. Deutschlands Medaillenanwärter Claudia Pechstein, Nico Ihle und Patrick Beckert haben eigene Wege eingeschlagen, um ihr Niveau zu verbessern. Vor allem der Erfurter Beckert wagte eine Art Aufstand, um die langen Strecken schneller zu bewältigen.

Nach dem Fehlstart über 5000 Meter (10.), den er mit den Nachwirkungen eines Infekts erklärt, geht es am Donnerstag über die doppelte Distanz. Das sind 25 zähe Runden in gebückter Haltung. „Zuerst tun die Beine weh. Manchmal hat man vor dem Ende wegen der trockenen Luft auch Kopfschmerzen“, beschreibt Becker die Torturen. Hätte er nach den Spielen von Sotschi weitergemacht wie zuvor, so ist er überzeugt, hätte er die magische Marke von 13 Minuten auf einer Flachlandbahn nie unterboten, als erster Nicht-Niederländer überhaupt. In dem Land der Eisschnelllauf-Seriensieger wurde er zu einem anderen, einem besseren Sportler.

„Hatte in Deutschland keine gleichstarken Trainingspartner“

2015 machte er sich auf und brach mit den Strukturen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). „Ich hatte in Deutschland keine gleichstarken Trainingspartner mehr“, sagt er, „um mich zu entwickeln, brauchte ich ein neues Umfeld.“ Er wechselte ins Profiteam der niederländischen Rekord-Winterolympionikin Ireen Wüst – mit dem vielversprechenden Namen „Team 4 Gold.“ Er sagt: „In Holland gibt es ja verschiedene Profiteams und man spürt verschiedene Trainingsphilosophien. Wenn es beim einen nicht klappt, wechselt man halt in ein anderes Team.“

Es war ein riskanter Schritt, den er damals eingegangen ist. Er verlor seinen Platz in der…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Sport

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