Kommentar : Die Ostdeutschen müssen Ihre Interessen selbst durchsetzen

Ja, ist es denn – um Himmels willen – so ein Drama, wenn bald 30 Jahre nach dem Mauerfall außer Angela Merkel vielleicht kein einziger Ostdeutscher mehr auf der Kabinettsbank Platz nehmen wird? Und hat nicht Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow – einer aus der ehrbaren Spezies der „Wossis“ – recht, wenn er sagt, dass die Herkunft heute keine Rolle mehr spielen dürfe?

Nein, Ramelow hat leider nicht recht, so gern man ihm auch recht geben würde. Es ist zwar kein Drama, doch ein Problem ist es schon, dass die Ostdeutschen in der Regierung kaum vorkommen sollen – eines allerdings, das sich der Osten nicht zuletzt selbst zuzuschreiben hat. Macht wird auch in freien Gesellschaften nämlich nicht verschenkt. Man muss sie sich erkämpfen.

Der Osten liegt wirtschaftlich zurück

Zunächst einmal muss endlich Schluss sein mit dieser linearen und vor allem in Westdeutschland populären Betrachtungsweise, die da lautet: Je länger Deutschland wieder vereint ist, desto geringer werden die Unterschiede. Das ist sträflicher Unfug. Nahezu alle Indikatoren belegen vielmehr, dass die Ost-West-Unterschiede weiterhin enorm sind oder zumindest im Osten als enorm empfunden werden. Ja, mental scheinen sie hier und da sogar zuzunehmen. Hinter dem Konflikt um den Flüchtlingszuzug etwa lauert in Teilen auch ein Ost-West-Konflikt.

Sicher ist: Der Osten liegt wirtschaftlich zurück. Man verdient weniger, hat weniger Vermögen und ist demografisch ganz anders zusammengesetzt, weil die Jungen und Starken ihn seit 1945 in etlichen Wellen verlassen haben und dies oft immer noch tun….Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

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