Kommissarischer SPD-Chef Olaf Scholz: „Alle müssen sich jetzt zusammenreißen“

„Moin, moin“, sagt Olaf Scholz, als er seine Rede beim politischen Aschermittwoch der SPD beginnt. Und, immerhin, damit landet der Hanseat hier im niederbayerischen Vilshofen gleich ein paar Lacher. Ein einfacher Effekt. Aber er funktioniert.

Es ist der erste große Auftritt von Scholz in einer ganz neuen Rolle. Seit Dienstagabend ist er Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschland, zumindest kommissarisch. Er führt jetzt also übergangweise jene Partei, die 150 Jahre alt ist und – das ist der Eindruck der letzten Tage – doch kein bisschen weise zu sein. Eine Partei, die es länger gibt als die Bundesrepublik und in der sich zuletzt fast schon im Stundentakt alles zu ändern schien.

Dabei sollte das eigentlich ja einfach nur ein ganz normaler politischer Aschermittwoch sein. Einer, bei dem der Bürgermeister von Vilshofen ewig und drei Tage lang in seiner Eröffnungsansprache Gäste begrüßt: von Abgeordneten über Staatssekretäre bis hin zum Präsidenten des bayerischen Gärtnereiverbandes. Ein Tag, an dem der Generalsekretär der bayerischen SPD die Namen der Regionen ins Mikrofon brüllt – und beim Wort „Niederbayern“ besonders lauter Jubel zurückhallt. Ein Tag für Bier und Brezeln. Mit viel weiß-blau. Das alles ist Tradition. Das alles geschieht auch, wie immer. Aber dann steht da noch Olaf Scholz mit seinen drei Problemen am Mikrofon. Eines davon hatte er schon immer, zwei davon sind brandaktuell.

Mit dem ersten Problem, so viel sei vorweggenommen, geht Scholz recht souverän um. Das Bierzelt ist nun einmal nicht der natürliche Lebensraum des Hamburgers. Er ist bekanntlich keiner, der ein Publikum schwindelig reden kann. Der 59-Jährige ist nicht für lautes Lachen bekannt, sondern für sein charakteristisches Kichern. Es ist, wie es ist. Scholz verlässt sich auf das, was er kann. Anfangs versucht er sich noch an einem Scherz über die gescheiterte Jamaika-Koalition. Ursprünglich, also nach der Bundestagswahl, habe er ja gedacht, hier würde jetzt Reggae durch …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

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