Riefenstahl-Biografin über Nachlass: „In Berlin wird die Blackbox geöffnet werden“

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat am Montag bekanntgegeben, dass sie den Nachlass von Leni Riefenstahl erhalten und auswerten wird. Die Berliner Schriftstellerin Karin Wieland hat 2011 eine Doppelbiographie über Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl (Hanser Verlag) veröffentlicht, die in amerikanischer Übersetzung für den American Book Award nominiert war. Wir sprachen mit Karin Wieland über die Bedeutung des Nachlasses.

Frau Wieland, hatten Sie einen Zugang zu dem Nachlass?

Meine Beschäftigung mit Leni Riefenstahl reicht bis in die 70er- Jahre zurück. Wir jungen Feministinnen konnten gar nicht glauben, dass es solch eine Frau überhaupt gab. Eine Künstlerin, die Hitlers Filme gedreht hatte und jetzt in New York Erfolge mit Bildbänden über die Nuba feierte! Es gab damals bereits viel Geraune um ihren Nachlass. Riefenstahl hatte sich durch zahlreiche Gerichtsverfahren den Ruf erworben, ihre Kritiker gnadenlos zu verfolgen und kaltzustellen.

Sie hat stets darauf geachtet, dass ihre Version von der unpolitischen Künstlerin, die nach dem Krieg Ungerechtigkeit hat erleiden müssen, im Umlauf blieb. Nach ihrem Tod habe ich versucht, mit ihrem Witwer Kontakt aufzunehmen. Doch die Türen zum Archiv blieben verschlossen. In solch einer Situation muss man sorgsam abwägen, ob man auch ohne Sichtung des Nachlasses glaubt, eine biografische Deutung abgeben zu können. Ich entschied mich, dies als eine besondere Herausforderung zu begreifen.

Was weiß man von dem Konvolut?

Der Künstler Thomas Demand hat in seiner Ausstellung „Nationalgalerie“ 2009 unter den wichtigen Orten bundesrepublikanischer Geschichte auch das Archiv Riefenstahls gezeigt. Demand baute nach einer Fotografie das Archiv in Pappe nach und fotografierte dieses Modell. Ein…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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