Videoüberwachung: Bringen mehr Kameras mehr Sicherheit?

Aufs erste klingt das, was die Initiatoren des Volksbegehrens für mehr Videoüberwachung in Berlin vor hat, wie ein Widerspruch: einerseits mehr öffentliche Überwachung, mehr Kameras, und andererseits ein erhöhter Schutz der Privatsphäre. Kann das sein? Ein genauerer Blick zeigt, dass das rein technisch zwar theoretisch denkbar ist, doch die heutige Technik noch nicht dazu in der Lage ist, Situationen gut genug einzuschätzen.

Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen zudem, dass die Privatsphäre unter dem Vorwand der Sicherheit auch immer leiden musste und im Zweifel gute Vorsätze über den Haufen geworfen wurden. Daten wecken Begehrlichkeiten, darauf verweisen Privacy-Forscher immer wieder.

Schließlich verraten Bilder und Videoaufnahmen sehr viel – gerade in Kombination mit den modernen Methoden des maschinellen Lernens: Wie viel eine künstliche Intelligenz bereits heute allein aus Bildern über eine Stadt und ihre Bewohner lernen kann, das zeigt ein Projekt aus Zürich: Dort haben Forscher allein anhand aller verfügbaren Bilder der Stadt nicht nur die Gebäude und Straßen digital nachgebaut, die Software kann auch allein aus diesen Informationen berechnen, welche Gebäude beispielsweise touristisch interessant sind oder erkennen, wenn sich auf einem Platz auffällig viele Menschen ansammeln oder auf einer Straße ungewöhnliche Bewegungen stattfinden.

Gefährliche Situation erkennen

Das sind Informationen, die einerseits für Städte oder für die Überwachung der öffentlichen Sicherheit sehr wertvoll sein können, andererseits Bedenken rund um die Privatsphäre hervorrufen. Dem sind sich die Wissenschaftler bewusst, und sie betonen, dass ihr System von Anfang an nach dem Motto „Privacy by design“ entwickelt wurde. Das bedeutet in diesem Fall, dass keinerlei Fotos oder Videos an sich an die Öffentlichkeit gelangen, sondern dass die Daten von

Computerprogrammen direkt in ein Modell umgerechnet werden. Erst dieses wird dann für die Stadtplanung und andere Zwecke verwendet. Ähnliches hat auch die Berliner Initiative vor: Die Technik soll ganz ohne menschliche Hilfe erkennen, wann es sich um eine gefährliche Situation oder um …read more

Source:: Berliner Zeitung – Digital

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