Aktivistin im Interview: „Tierversuche gehören abgeschafft, am besten sofort“

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat in diesem Jahr erstmals das „Herz aus Stein“ ausgelobt. Der Negativpreis für den nach Ansicht der Aktivisten schlimmsten Tierversuch des Jahres 2017 ging nach Berlin, an Forscher des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin in Buch.

Das Team um Gary Lewin hat untersucht, warum Nacktmulle so erstaunlich gut mit Sauerstoffentzug klarkommen. Dabei mussten einige der Nager sterben.

Am vergangenen Donnerstag wollten die Tierschützer den Preis überreichen, doch die MDC-Forscher haben die Annahme verweigert. Sie verschanzten sich allerdings nicht in ihren Laboren, sondern stellten sich vor ihren Kollegen Gary Lewin.

Mehr als hundert MDC-Wissenschaftler traten den Aktivisten von Ärzte gegen Tierversuche mit Plakaten entgegen, auf denen zum Beispiel stand „Lassen Sie uns reden“ und „Gesprächsbereit“. Daraufhin kam es zu einzelnen Gesprächen zwischen Forschern und Tierschützern. Eine Einladung zu einer sachlichen Diskussion in größerer Runde lehnten die Aktivisten jedoch ab.

Im Interview erklärt die Veterinärmedizinerin Corina Gericke vom Vorstand der Ärzte gegen Tierversuche die Haltung ihres Vereins – und warum sie die Bucher Experimente sinnlos und grausam findet.

Frau Gericke, finden Sie wirklich, dass Gary Lewin ein Herz aus Stein hat?

Das werfen wir ihm nicht persönlich vor. Es geht uns nicht um persönliche Diffamierung, wie das MDC beklagt. Der Preis für den schlimmsten Tierversuch geht an die Einrichtung. Wir sind aber ganz klar der Ansicht, dass die Versuche des Teams sinnlos, abstrus und grausam sind. Es handelt sich um reine neugiergetriebene Grundlagenforschung – ohne jeglichen Bezug zu Krankheiten des Menschen.

Gary Lewin begründet die Experimente mit der Aussicht, eines Tages Patienten nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt helfen zu können. Er hält es für möglich, dass sich der Stoffwechselweg, auf den Nacktmulle bei Sauerstoffentzug umschalten, auch bei Menschen aktivieren lässt.

Das ist eine an den Haaren herbeigezogene Begründung. Leider ist es hierzulande so, dass fast jedes Experiment von den Behörden genehmigt wird, wenn es irgendwie …read more

Source:: Berliner Zeitung – Wissen

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