Kritik an Echo: Weitere Preisträger gehen auf Distanz – Musikpreis unter Druck

Die Kritik am Musikpreis Echo reißt nicht ab. Im Zuge der Antisemitismus-Schlagzeilen trennen sich auch der Pianist Igor Levit und der Dirigent Enoch zu Guttenberg von ihren Trophäen.

Der Präsident des Deutschen Kulturrats, Christian Höppner, zieht sich aus dem Echo-Beirat zurück. Das Gremium hatte sich gegen den Ausschluss eines umstrittenen Rap-Albums entschieden. Dies sei ein „Fehler“ gewesen, so Höppner in einer Mitteilung vom Dienstag.

Heftige Kritik nach Preisverleihung

Am vergangenen Donnerstag waren die Rapper Kollegah und Farid Bang für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ ausgezeichnet worden. Es enthält Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“. Dass diese Musik beim Echo preiswürdig ist, hatte heftige Kritik und eine Debatte um Antisemitismus ausgelöst.

Die Vergabe an die beiden Rapper sei für ihn „ein vollkommen verantwortungsloser, unfassbarer Fehltritt der Echo-Jury und gleichzeitig auch Ausdruck für den derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft“, schrieb Levit auf Twitter.

„Antisemitischen Parolen eine solche Plattform und Auszeichnungen zu geben, ist unerträglich.“ Levit hatte 2014 einen Echo Klassik erhalten.

„Nachdem solch ein Preis nun im Jahr 2018 auch Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen und noch dazu vom „Ethikrat„ Ihres Verbandes bedenkenlos freigegeben wurde, würden wir es als Schande empfinden, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten“, schrieben Guttenberg und Andreas Reiner vom Orchester Klangverwaltung an die Veranstalter. Guttenberg und das Orchester hatten 2008 einen Echo Klassik bekommen.

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Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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