Wie die Kommunen Inhaber von Zweitwohnungen zur Kasse bitten

Liebe Leserinnen und Leser, trotz immer neuer Einnahmerekorde bemüht sich die öffentliche Hand ständig, ihre Steuerquellen bestmöglich auszuschöpfen. Dies gilt auch für kleine Steuern wie die Zweitwohnungsteuer, die von immer mehr Kommunen erhoben wird.

Besteuert wird das Innehaben einer Zweitwohnung neben einer Hauptwohnung. Ob die Wohnung gemietet ist oder vom Eigentümer selbst bewohnt wird, spielt dabei keine Rolle. Die erste Zweitwohnungsteuer wurde 1973 von einer Gemeinde in Baden-Württemberg eingeführt. Inzwischen gibt es die Steuer in allen Bundesländern. Zumeist sind es Großstädte und Universitätsstädte, die sich für die Einführung der Zweitwohnungsteuer entschieden haben.

Ursprüngliches Motiv für die Zweitwohnungsteuer war, den Wohlstand zu besteuern, der durch das Innehaben von mehr als einer Wohnung demonstriert wird.

Heute wird die Steuer damit gerechtfertigt, dass auch der Inhaber einer Zweitwohnung die Infrastruktur der betreffenden Gemeinde nutzt. Weiterhin streben die Kommunen an, dass die Betroffenen ihren bisherigen zweiten Wohnsitz durch Ummeldung zum ersten Wohnsitz machen, um der Zweitwohnungsteuer zu entgehen. Denn im System des kommunalen Finanzausgleichs richten sich die Schlüsselzuweisungen nach den Einwohnern mit erstem Wohnsitz in der betreffenden Gemeinde.

Die Zweitwohnungsteuer bringt den Kommunen über 100 Millionen Euro im Jahr

Der Steuersatz für die Zweitwohnungsteuer ist von Kommunen zu Kommune verschieden, meist beträgt er zehn Prozent der ortsüblichen Miete. In einigen Städten liegt der Steuersatz aber schon bei 20 Prozent und mehr. Das Aufkommen aus der Zweitwohnungsteuer ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, es beläuft sich inzwischen auf mehr als 100 Millionen Euro im Jahr. Der Anstieg geht zum einen darauf zurück, dass mehr und mehr Kommunen diese Einnahmequelle für sich entdeckt haben. Zum andern ist auch bei den Steuersätzen eine Tendenz nach oben festzustellen. Zum Beispiel wird in Berlin der bisher moderate Steuersatz von 5 Prozent der Kaltmiete ab dem Jahr 2019 auf 15 Prozent erhöht.

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Source:: The Huffington Post – Germany

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