Steger: „Drohkulisse“ gegen ORF-Redaktion „hat schon gewirkt“

Neuer blauer Stiftungsratschef mahnt Mitarbeiter. ORF soll aber „nicht weniger Geld bekommen“.

Der neue Stiftungsratsvorsitzende

Norbert Steger hat sich am Donnerstag erfreut über die deutliche Mehrheit bei seiner Wahl gezeigt. „Viel mehr Stimmen, als ich gedacht habe“, sagte er nach der Sitzung im Gespräch mit Journalisten. Er wolle „Konsensvorsitzender“ werden, meinte er, ließ es sich zugleich aber nicht nehmen, einmal mehr mahnende Worte Richtung ORF-Journalisten zu richten.

„Die ORF-Mitarbeiter sollten verstehen, dass wir versuchen, einen modernen, neuen

ORF zu machen“, sagte Steger. Gefragt nach den Schwerpunkten seiner Funktionsperiode, nannte er es als ein Anliegen, „dass man aufhört, als Mitarbeiter, zum Beispiel öffentlich den Generaldirektor zu kritisieren“. Er „nenne keine Namen“, sagte er auf Nachfrage, und ergänzte: „Auch der Stiftungsrat wurde mehrfach kritisiert.“

Die Anmerkung eines Journalisten, er habe in der Vergangenheit “

Drohkulissen“ gegen die ORF-Redaktion aufgebaut, widersprach Steger nicht direkt. „Ich finde, es hat schon gewirkt“, meinte er vielmehr. Und erinnerte selbst daran, dass er vor einigen Monaten beklagt hatte, „ZiB 2“-Moderator Armin Wolf schaue unwirsch drein, wenn ihm ein FPÖ-Politiker gegenübersitze. „Er schaut gar nicht mehr böse“, lobte Steger den Anchorman nun. Was die ORF-Auslandskorrespondenten betreffe, seien diese ein „Asset“, müssten aber „Bericht und Meinung trennen“. Ob es dem Stiftungsratsvorsitzenden zustehe, solche Forderungen aufzustellen, bejahte Steger: „Ich bin schon der Meinung, dass ein Aufsichtsrat auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen muss.“ Als „Oberzensor“ wolle er aber nicht auftreten.

Geld aus Gebühren oder Bundesbudget?

Ein „idealer ORF wäre für mich mehr Akzeptanz bei den Menschen“, erklärte Steger weiter. Dann hätte der ORF seiner Ansicht nach auch weniger finanziellen Legitimierungsbedarf: „Momentan ist großer Druck vorhanden, dem ORF Geld wegzunehmen.“ Ob sich der Öffentlich-rechtliche künftig weiter aus Gebühren oder aber aus dem Bundesbudget finanzieren soll, beantwortete Steger nicht: Man werde sehen, was schlussendlich im Gesetz steht, „ich traue mich nicht zu sagen, was …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

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