Interview mit Michael Roth: „Fordern konstruktives Verhalten Russlands ein“

Nach langer Zeit trifft heute Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi wieder den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Wie würden Sie das Verhältnis Deutschlands zu Russland auf einer Skala von eins für „sehr schlecht“ bis zehn für „sehr gut“ bewerten?

Ich hab’s ja nicht so mit Zahlen, aber klar ist: Die Beziehungen müssen wieder deutlich besser werden.

Es gibt Streit um die Ukraine, Syrien, Chemiewaffen, einen Giftanschlag. Russland fühlt sich vom Westen bedrängt. Wo sind denn noch Gemeinsamkeiten?

Wir haben das gemeinsame Interesse, dass in der Nachbarschaft unserer Länder Frieden herrscht. Das ist nicht nur wichtig für uns, das sollte auch im russischen Interesse liegen.

Kann man denn noch von einer Partnerschaft sprechen?

Im Privatleben sprechen wir ja auch noch von einer Partnerschaft, selbst wenn es kriselt. So ist es auch zwischen Deutschland und Russland. Wir müssen jetzt die Emotionalität hintan stellen und alles dafür tun, wieder zu einer stärker sachlichen, vernünftigen und rationalen Zusammenarbeit zu kommen. Das sind wir auch unseren Gesellschaften schuldig.

Außenminister Heiko Maas spricht von einem offenen und ehrlichen Dialog, der auch Meinungsverschiedenheiten verkraften müsse. Gleichzeitig hat er aber einen schärferen Ton gegenüber Russland angeschlagen als sein Vorgänger Sigmar Gabriel. Ist das nur eine rhetorische Formel oder ist das der Beleg, dass eine neue Generation von SPD-Außenpolitikern einen härteren Kurs gegenüber Russland einschlägt?

Ich gehöre ja auch dieser jüngeren Generation an. Ich bin aber trotzdem davon überzeugt, dass wir unserer historischen Verantwortung für 27 Millionen Menschen, die wegen des Vernichtungskrieges der Nazis in der ehemaligen Sowjetunion ums Leben…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

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