30 Jahre „Tanz im August“: „Für ein Festival sind große Gastspiele enorm wichtig“

Seit fünf Jahren leitet die Finnin Virve Sutinen das Festival Tanz im August. Das Festival selbst gibt es nun seit 30 Jahren. Seine Gründung im Jahr 1988 durch Nele Hertling ist so etwas wie die Geburtsstunde für den zeitgenössischen Tanz in Berlin. Die Stadt hinkte der Entwicklung in New York, London und Paris über zwanzig Jahre hinterher. Als Plattform, aber auch mit den Angeboten an Workshops und Trainings wurde ein maßgebliche Grundlage für die Berliner Tanzszene geschaffen.

Frau Sutinen, der Tanz im August ist eher als Begegnungs- und Arbeitsfestival gegründet worden und heute ein großes, wichtiges Publikumsfestival geworden. Sehen Sie trotzdem so etwas wie eine kontinuierliche Linie?

Der Tanz im August hatte von Anfang an einen besonderen, inklusiven Charakter. Montpellier etwa hatte die großen Namen im Programm, dort wurde der Kanon des zeitgenössischen Tanzes definiert. Allerdings spielte die Tanzszene aus Finnland, aus Schweden oder Polen dabei keine Rolle. Die Welt sieht aus der Perspektive Montpelliers anders aus als von Berlin mit seiner besonderen Lage zwischen Osten und Westen, Süden und Norden. Das Festival war schon immer eine Art Umschlagplatz für sehr unterschiedliche Ästhetiken. Damit umzugehen, bei all den vielen politischen Brüchen, die wir in den vergangenen 30 Jahren hatten, das ist auch für mich sehr spannend.

Montpellier konnte doch auch schlicht wegen seines viel höheren Etats so stilbildend wirken. In diesem Jubiläums-Jahr haben Sie auch deutlich mehr Geld zur Verfügung. Was verändert das?

Wir können endlich das tun, was wir schon seit langer Zeit tun möchten: Es gibt mit dem Gastspiel der New Yorker Streb Extreme Action eine große, kostenlose und familienfreundliche Open-Air-Veranstaltung im Sony Center am Potsdamer Platz. Solche für alle offenen Angebote in der Stadt haben wir auch schon in den vergangenen Jahren gemacht, aber das war nur in kleinen Formaten möglich. Wir konnten natürlich auch größere Compagnien einladen als sonst. Die …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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