Trotz Wirtschaftsboom: Arbeitgeber knausern bei den Löhnen

Der Lohn - das letzte grosse Tabu-Thema für Herr und Frau Schweizer.

BERN –
Die Gewerkschaften haben gestern ihre Forderungen für den Lohnherbst präsentiert. Sie kämpfen für eine generelle Lohnerhöhung von bis zu drei Prozent – und haben schlechte Karten.

Die Konjunkturaussichten sind rosig, der Exportsektor befindet sich nach dem Frankenschock auf Expansionskurs, und es herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Kurz: Die Schweizer Wirtschaft befindet sich im Aufschwung. Zeit, dass auch die Löhne steigen – generell um bis zu drei Prozent.

Das fordern die Gewerkschaften, nachdem die zurückliegenden Lohnrunden „enttäuschend ausgefallen sind», wie Gabriel Fischer (38), Leiter Wirtschaftspolitik bei Travailsuisse im Gespräch mit BLICK sagt.

Die Angestellten in der Schweiz, so Fischer, hätten in den letzten Jahren mit grossem Einsatz und viel Flexibilität dazu beigetragen, dass die Finanz- und Weltwirtschaftskrise ab 2007 in der Schweiz kaum spürbare Folgen hinterliess.

Keine Lohnsprünge zu erwarten

Gleichzeitig macht sich die Teuerung mit einem Prozent wieder bemerkbar und die Ausgaben, allen voran die stetig steigenden Krankenkassenprämien, belasten die Haushalte empfindlich. Zudem sind im vergangenen Jahr die Reallöhne erstmals seit 2008 wieder gesunken.

Das sieht auch Daniel Kalt (48), Chefökonom der UBS Schweiz, so: „Der Arbeitsmarkt läuft gut, und weil auch die Teuerung dieses Jahr erneut leicht positiv ausfallen wird, dürfen im Durchschnitt etwas höhere Löhne erwartet werden.» Riesensprünge seien allerdings nicht zu erwarten.

Einen Lohnzustupf erwartet Kalt in Branchen, die ein hohes Produktivitätswachstum aufweisen, international wettbewerbsfähig sind und in denen Fachkräfte Mangelware sind. Wie in der Pharma- oder der IT-Branche.

Kalt sagt aber auch, was die Gewerkschaften nicht gerne hören: „Die Arbeitnehmer in der Schweiz haben in den vergangenen Jahren dank der negativen Teuerung hohe Reallohnzuwächse gesehen, was angesichts des Frankenschocks doch erstaunlich ist.» Die Zeche des starken Frankens hätten hauptsächlich die Unternehmen gezahlt.

Lohnerhöhung individuell, nicht generell

Dass …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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