Trotz Polizeigewalt: Proteste in Rumänien gehen weiter

„Ihr habt die rote Linie überschritten“. In Bukarest demonstrierten rund 50.000 Menschen vor dem Regierungssitz

Trotz des brutalen Polizeieinsatzes am Vorabend gegen die Großdemonstration von Auslandsrumänen sind in

Bukarest auch am Samstag Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie forderten den sofortigen Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsidentin Vasilica Viorica Dancila (Postsozialisten – PSD) sowie sofortige Neuwahlen.

In Bukarest demonstrierten rund 50.000 Menschen vor dem Regierungssitz. Die Aktivisten riefen „Rücktritt“, „Ihr habt die rote Linie überschritten“, „Schande“, „Wir sind das Volk“, „Weg mit Mafia-Regierung“, „Ohne Straftäter in hohen Ämtern“, „Hände weg von der Justiz“, und „Wir geben nicht auf“. Neben Regierungschefin Dancila ist auch der wegen Korruption vorbestrafte Parteichef der PSD, Liviu

Dragnea, im Visier der Demonstranten, die sich für eine bessere Korruptionsbekämpfung in ihrem Land einsetzen.

Angesichts des massiven Einsatzes von Tränengas am Vorabend traf ein Großteil der Demonstranten vorsorglich mit Atemschutzmasken ein, mit deren Hilfe sie im Übrigen auch der Regierungschefin eine Botschaft übermittelten: Auf eine riesige Rumänien-Fahne schrieben sie mit Atemschutzmasken „Rücktritt“. Die
Polizei war mit einem noch größeren Aufgebot als am Vorabend anwesend, sah diesmal jedoch von Gewalt gegen die Demonstranten ab.

Kritik seitens der Postsozialisten

Auch in anderen Großstädten – Timisoara, Sibiu, Cluj, Iasi und Brasov – gingen Zehntausende Menschen auf die Straße, viele erklärten sich „schockiert und bis ins Mark getroffen“ von der

Polizeigewalt gegen die Bukarester Demonstranten.

Die Hartnäckigkeit der Protestierenden sorgte jedenfalls für Kritik seitens der regierenden Postsozialisten. Die Demonstranten seien gut beraten, „nicht länger zu provozieren, sonst kommen wir mit einer Million Anhängern und zertreten euch“, drohte der PSD-Abgeordnete Catalin Radulescu, der schon letztes Jahr angedroht hatte, alle Regierungskritiker mit seinem Sturmgewehr zu erschießen.

Die schwer in die Kritik geratene Innenministerin Carmen Dan (PSD) trat erst am späten Samstagnachmittag, fast 24 Stunden nach dem blutigen Einsatz der Ordnungshüter, mit einer knappen Erklärung vor …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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