Direktorin des Spitalverbands H+ räumt ein: «Unbestritten: Es gibt schwarze Schafe»

Dorit Djelid (43), Interimspräsidentin des Spitalverbands H+, weist die Vorwürfe von sich, dass Spitäler intransparente Rechnungen an Krankenkassen stellen würden.

Frau Djelid, laut einer Studie von Santésuisse mussten die Krankenkassen im Jahr 2016 Rechnungen im Wert von drei Milliarden Franken zurückweisen, weil sie nicht gerechtfertigt waren. Ihr Kommentar?
Dorit Djelid: Bei einem so grossen Volumen an Abrechnungen und der Vielzahl an Leistungserbringern gibt es Fehler und Rückweisungen von Rechnungen – was sich bei Spitälern und Kliniken aber in engen Grenzen hält.

Bleiben die Spitäler nun auf ihren Kosten sitzen?
Nein. Bei der Rückweisung durch eine Versicherung wird in der Regel die Rechnung durch das Spital korrigiert oder die Kassenpflicht abgeklärt, häufig auch nach Rücksprache mit der Versicherung. Falls keine Kassenpflicht besteht, geht die Rechnung an den Patienten oder die Patientin.

Vor allem die Spitäler, so die Krankenkassen, stellen intransparente Rechnungen. Können Sie das nachvollziehen?
Diesen Vorwurf finden wir, was Rechnungen von Spitälern und Kliniken angeht, komplett unhaltbar. Die Rechnungen werden gemäss den detaillierten Abrechnungsregeln der Tarifwerke Tarmed im ambulanten und Swiss DRG im stationären Bereich eingereicht.

Krankenkassen beklagen auch, dass die Spitäler unter Gewinndruck stehen und die Tarife bis aufs Äusserste ausreizen.
Die Spitäler stehen unter dem Druck, dass sie seit Einführung der neuen Regeln für die Spitalfinanzierung die Investitionen selber tragen müssen. Es wird heute genauer und detaillierter abgerechnet, also korrekter – aber nicht mehr, als tarifarisch in Ordnung ist.

Wenn sogar Spitäler mit den Abrechnungen überfordert sind – ist das Schweizer System einfach zu kompliziert?
Die beiden Abrechnungsregelwerke Tarmed und Swiss DRG sind sehr komplex, und in der Regel können nur Fachleute diese Rechnungen überprüfen.

Würden transparentere Tarife helfen?
In der laufenden Revision des ambulanten Einzelleistungstarifs ist eine Vereinfachung der Tarifstruktur vorgesehen.

Spitäler werden von den Krankenkassen häufig mit dem Vorwurf unlauteren Verhaltens konfrontiert. Ist das berechtigt?
Es gibt unbestritten schwarze Schafe bei den Leistungserbringern, …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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