Neue Studie zeigt: Ärzte und Spitäler wollen drei Milliarden zu viel

Es wird viel zu viel Geld für Gesundheitsleistungen in Rechnung gestellt. Würde das alles bezahlt, müssten die Prämien 10,5 Prozent höher sein.

Probieren kann man es ja mal: die Rechnung einschicken und abwarten. Vielleicht zahlt die Kranken­kasse. Passieren kann einem sowieso nichts.

So denken Patienten. Aber auch Spitäler und Ärzte. Sie alle schicken ihre Rechnungen an die Versicherer. Die schauen dann, ob die Rechnung gültig ist. Erschreckend oft ist sie es nicht. Hochgerechnet auf die ganze Branche, bleiben allein im Bereich der obligatorischen Krankenversicherung jährlich Rechnungen im Wert von drei Milliarden Franken hängen. Rechnet man die Zusatzversicherung hinzu, sind es sogar 3,5 Milliarden. Würden all diese Rechnungen tatsächlich bezahlt, würden unsere Krankenkassenprämien um ganze 10,5 Prozent höher liegen!

So geht es aus einer erstmals erstellten Studie des Krankenkassenverbandes Santésuisse hervor, durchgeführt vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel, die SonntagsBlick vorliegt. Befragt wurden Santésuisse-Mitglieder, also die Krankenkassen. Sie antworteten auf Basis ihrer Erfahrungen im Jahr 2016.

„Ärzte und Spitäler wissen sehr genau, was sie abrechnen dürfen»

Die Kassen sind dafür zuständig, jede einzelne Rechnung zu prüfen. Pro Jahr werden 107 Mil­lionen davon bei den Kranken­kassen eingereicht. „Die Probleme bei der Rechnungskontrolle sind völlig unterschiedlich. Wir unterscheiden grob zwischen drei Kategorien», sagt Jürg Vontobel (53), Chef des Bereichs Leistungen und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Luzerner Krankenkasse Concordia.

Kategorie eins: nicht versicherte Leistungen. Etwa Zahnarztrechnungen, die der Patient einsendet, obwohl er gar keine Zahnversicherung hat.

Kategorie zwei betrifft Wirksamkeit, Zweck und Wirtschaftlichkeit einer medizinischen Leistung. Beispiel: War eine Therapie sinnvoll, hat sie etwas gebracht?

Kategorie drei – und hier wirds interessant: Fehler auf Rechnungen, die im wesentlichen Ärzte und Spitäler ausgestellt haben. Letztere verursachen mit rund 40 Prozent den grössten Kostenblock in der obligatorischen Krankenver­sicherung.

Concordia-Experte Vontobel, der selber Arzt ist: „Das Schweizer Gesundheitssystem ist sehr kompliziert. Wir werfen einer Einzelperson nicht vor, …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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