Rätselhafte Gesten: Warum gerade Stars und Kids „die Zahnseide“ tanzen

Videospiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen – das wurde zumindest oft behauptet. Jetzt ist es wirklich wahr. Wer es nicht glaubt, sollte ein beliebiges Kind ab dem Grundschulalter fragen, ob es „die Zahnseide“ tanzen kann. Bereitwillig werden die meisten anfangen, gegenläufig mit Hüfte und Armen zu schwingen.

Wer nicht mit Kindern redet, der hatte das Aha-Erlebnis spätestens während der Fußballweltmeisterschaft. Da hüpfte der französische Stürmer Antoine Griezmann anstelle eines Torjubels von einem Bein aufs andere und hielt sich ein mit den Fingern geformtes L vor die Stirn. „Take the L“ heißt dieser Tanz, „nimm das, du Loser“, bedeutet er. Und auf den Schulhöfen dieser Welt schmäht man so schon seit geraumer Zeit seinen Gegner.

Tanzen als Statussymbol im Videospiel

Ihren Ursprung haben diese rätselhaften Tanzrituale in einem Videospiel. „Fortnite“ heißt es, es fesselt mehr als 125 Millionen Menschen, und es lebt im Internet. Im Spielmodus „Battle Royal“ kämpfen in jeder Runde 100 Kontrahenten gegeneinander, bis nur noch einer steht. Die Formel mag zynisch sein, aber sie wird aufbereitet wie ein Cartoon. Das Spiel ist längst nicht so brutal und realitätsnah wie viele andere Shooter, in Deutschland ist es ab zwölf Jahren freigegeben.

In „Fortnite“ landen die Spieler in einem riesigen Areal und suchen zuerst nach Waffen und Baumaterial. Schießen reicht nicht – für den Erfolg müssen sie in Windeseile Mauern bauen, Treppen und Türme. Tanzen ist dagegen kein zentraler Bestandteil des Spiels. Wichtig ist es aber trotzdem: Es ist ein Statussymbol.

Mehr als siebzig Gesten und Tänze

Tänze stecken als sogenannte „Emotes“ im Spiel. Per Knopfdruck vollführt der eigene Charakter eine kleine Animation, in der er plötzlich tanzt wie einst Psy zu „Gangnam Style“ und auf einem unsichtbaren Pony reitet. Oder er macht die Zahnseide. Oder das L. Mehr als siebzig Gesten und Tänze stecken inzwischen in „Fortnite“. Im wesentlichen sind es Kriegs- oder …read more

Source:: Berliner Zeitung – Digital

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