Spitzenkosten für Spitzenmedizin: Wer soll das bezahlen?

Um das Schweizer Gesundheitsystem beneidet uns die Welt. Doch wir zahlen dafür einen hohen Preis.

Im Klub der 36 reichsten Länder werden wir von allen anderen beneidet: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergibt immer wieder Spitzennoten an die Schweiz. Als die „New York Times» letztes Jahr einen internationalen Vergleich publizierte, nannte sie unser Gesundheitssystem das „wohl beste der Welt». Denn hier ist per Gesetz vorgeschrieben, dass jeder krankenversichert ist. Schweizer Patienten dürfen zum Arzt, wann immer sie müssen. Und ihn sogar selber aussuchen.

Das hat seinen Preis – einen, der jedes Jahr steigt. Immer im Herbst werden die Krankenkassenprämien erhöht. Sie fressen mehr und mehr vom Einkommen weg (siehe Grafiken). Seit das Krankenversicherungsgesetz 1996 in Kraft trat, haben sich die Prämien mehr als verdoppelt. Welcher Lohn könnte da mit­halten? Das Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Ernst & Young prognostizierte 2017 in einem vielbeachteten Bericht: Bis 2030 werden die Monatsprämien im Durchschnitt auf „weit über 800 Franken pro Person steigen». Ein Grossteil der Bevölkerung könne die Beiträge zur obligatorischen Krankenversicherung dann nicht mehr stemmen, so die Autoren der Untersuchung.

Höhere Lebenserwartung belastet die Kassen

Gründe für den massiven Kostenschub der letzten Jahren gibt es viele. Einige sind naturgegeben. So nehmen die teuren chronischen Krankheiten zu. Dennoch leben die Schweizer immer länger. Das ist schön, belastet aber auch die Kassen.

Ein weiterer Grund ist das vielgelobte Gesundheitssystem. So gut es zu uns schaut, hat es aber doch offensichtliche Defekte. Es ist bürokratisch, unübersichtlich und teilweise ineffizient. Der spöttische Reim „Jedem Täli sein Spitäli» bringt es auf den Begriff. Und dann sind da noch die Fehlanreize. Ärzte werden für die Anzahl ihrer Operationen belohnt. Aber auch wir, die Versicherten, tragen unseren Teil zu den hohen Kosten bei. Sämtliche politischen Vorlagen, die auch nur minimale Kostendämpfung versprachen, wurden bachab geschickt.

Es gibt auch Hoffnung – …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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