Wohntelefon: Dürfen Miteigentümer die Loggia verglasen?

Experten beantworten Ihre Leserfragen am KURIER-Telefon. Heute: Sigrid Räth. Nächster Termin: 20. August 2018

Einige Miteigentümer haben in unserem Haus ohne Genehmigung die

Loggia verglast und Innenwände weggerissen. Ist das rechtens?

Wenn Miteigentümer eigenmächtig Loggien verglasen, kann dagegen per

Unterlassungsklage vorgegangen werden. Umgestaltungen innerhalb des Eigentumsobjektes können in aller Regel mit Bauanzeige durchgeführt werden. Für Umgestaltungen innerhalb der Wohnungen, sofern keine tragenden Wände betroffen sind und die Statik nicht gefährdet wird, ist die Zustimmung der übrigen Miteigentümer nicht erforderlich. Wenn allerdings im Zuge einer Loggiaverglasung ein Teil der Außenfassade abgetragen wird, ist jedenfalls die Zustimmung aller Miteigentümer erforderlich.

Ich bin Miteigentümern in einem Wohnhaus. Die Nachbarn, ebenfalls Miteigentümer, haben tragende Wände entfernt, dadurch hat sich die Statik des Hauses verändert. Die Baubehörde wurde nicht informiert. Was können wir tun?

Wenn ein Miteigentümer eigenmächtig ohne Zustimmung der Miteigentümer, sowie ohne Befassung der Baubehörde, tragende Wände entfernt und dadurch statische Probleme auftreten, hat er im Rahmen des Schadenersatzes für die Behebung dieser Schäden aufzukommen. Mit Unterlassungsklage können die übrigen Miteigentümer einen Rückbau durchsetzen. Die Baubehörde wiederum hat die Möglichkeit, Bauaufträge zu erlassen, wenn die Veränderung ohne Bauanzeige oder Baubewilligung durchgeführt wurde. Bei einer Gefährdung der Statik ist auch mit Bauaufträgen, gerichtet auf Rückbau, zu rechnen. Derartige Bauaufträge werden, wenn es sich um tragende Teile handelt, in aller Regel gegen alle Miteigentümer erlassen, da die Erhaltungspflicht sämtliche Miteigentümer trifft. Im Innenverhältnis können sich die Miteigentümer am eigenmächtig handelnden Miteigentümer regressieren. Ein Antrag auf Ersetzung der Zustimmung wird in so einem Fall höchstwahrscheinlich zu keiner Genehmigung durch das Gericht führen, wenn es bereits Schäden aufgrund der veränderten Statik gibt.

christandl jürg

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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