KULTUR

Debatte über Teilhabe in der Kulturpolitik: Alte Münze ist der Modellfall

Am 13. Juni geht ein kulturpolitisches Experiment zu Ende. Und in seine nächste Phase. Das Beteiligungsverfahren in Sachen Zukunft der Alten Münze ist abgeschlossen, und die Empfehlungen, auf die sich 40 Personen als Repräsentanten zukünftiger Nutzer einigen konnten, werden in einem abschließenden Forum mit der Öffentlichkeit diskutiert und danach der Politik übergeben.

Die Alte Münze ist das ehemalige Gewerbegebiet an der Spree, dessen Geschossflächen und Keller sich zu 15.000 Quadratmetern in Bestlage summieren. Unter dem rot-rot-grünen Senat hat das Abgeordnetenhaus eine kulturelle und kreativwirtschaftliche Nutzung beschlossen, und die linksgeführte Senatsverwaltung für Kultur bezog beherzt die Schwarmintelligenz mit ein. Räume! Freie Szene! Partizipation! Ein Signaturprojekt.

Entsprechend gründlich ist man vorgegangen. Die Hälfte der 40 Zukunftsdiskutanten ist von politischer Seite mit Vertretern von Interessensgruppen wie der Koalition der freien Szene oder den die Alte Münze bereits zwischennutzenden Spreewerkstätten besetzt worden. Die andere Hälfte wurde ausgelost.

Vier Workshops mit 40 Personen in vier Monaten – Partizipation macht Arbeit

Zudem gab es auf der Plattform mein.berlin.de drei Internet-Foren zum Thema, die allerdings wenig Resonanz fanden. Koordiniert wurde das Ganze von der ehemaligen Senatsmitarbeiterin Christiane Zieseke, moderiert von der Agentur Urban Catalysts, und zwar in vier Workshops zwischen Februar und Juni. Partizipation macht Arbeit.

Ziel des Prozesses war es, einen Nutzungsmix und eine Betreiberform für die Alte Münze vorzuschlagen, mit denen sich die Klientel identifiziert, die die Senatskulturverwaltung hier untergebracht sehen will: freie Szene mit einem Musikschwerpunkt sowie etwas Kreativwirtschaft.

Wieviel von der – finanziell etwas potenteren – Kreativwirtschaft notwendig sein wird, hängt davon ab, wieviel Gewinn der Betrieb der Alten Münze in welcher Zeit erwirtschaften muss (als Abschreibung, die als Rücklage verwendet werden soll). Und das wiederum hängt von der Senatsverwaltung für Finanzen ab.

Eine Zeitlang schien diese offenbar entschlossen, die Sache zu torpedieren und ließ die mit der Verwaltung der Alten Münze beauftragte Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) die Diskussionsgruppe mitten …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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