KULTUR

Debatte um AfD-nahen Maler in Leipzig: „Wir hätten ihn aushalten sollen“

Der Maler Axel Krause bezeichnet sich dieser Tage selbst als „entarteter Künstler“. Seine Nähe zur AfD und deren Flüchtlingspolitik hatte im Vorfeld der Leipziger Jahresausstellung zu heftigen Diskussionen und schließlich zum Ausschluss des Künstlers geführt. Die Jahresschau findet nun ohne seine Werke statt, doch die Debatte geht weiter.

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Inforadio MDR meldete vor drei Tagen, im sächsischen Südwesten habe die Erde gebebt. Eine seismische Erschütterung – zum Glück ohne Schäden. Noch mehr bebte und rumorte es in der Kunstszene der sächsischen Metropole Leipzig. Mit Schaden.

Aus der am Mittwoch eröffneten 26. Jahresausstellung im Kunstareal der einstigen Baumwollspinnerei, die vor einer Woche abgesagt worden war, wurde ein AfD-naher Maler ausgeschlossen. Das war der Anlass für den Eklat. Künstlerkollegen hielten seine Teilnahme für unerträglich. Man habe ihn „undemokratisch ausgegrenzt“, klagte der betroffene Axel Krause, Jahrgang 1959, daraufhin. Er postete auf Facebook, nun sei er ein „entarteter Künstler“, sein Fall werde „in seiner Konsequenz vielleicht der AfD einen halben Prozentpunkt bei den Landtagswahlen“ bringen.

Maler Axel Krause verweist auf „Freiheit der Andersdenkenden“ – und hat ein schlagendes Argument

Seither überbieten sich die Kommentare in den sozialen Medien, sammeln sich Hassmails gegen die Ausstellungsmacher, berichten die Medien nahezu ununterbrochen.

Der Maler Axel Krause hat eine AfD-nahe Position zur Flüchtlingspolitik, die er auf Facebook postet und in rechtsgerichteten Medien vertritt. Er verweist auf die „Freiheit der Andersdenkenden“, wie sie einst Rosa Luxemburg gefordert wurde. Und hat damit ein schlagendes Argument, dem selbst Sachsens SPD-Kunstministerin nicht viel entgegnen kann. Eva Stange sagte der Leipziger Volkszeitung, die AfD sei eine demokratisch gewählte Partei und Ausgrenzung der falsche Weg, sie spalte die Gesellschaft.

Bei der Jahresausstellug in Leipzig fallen starke weibliche Positionen auf

Mittwochmittag, Werkhalle 12. Spinnereistraße. Das Tor steht weit offen, die Spuren des nächtlichen Regens sind beseitigt. Die 26. Jahreskunstausstellung beginnt. Der Nervenkrieg wegen der kurz zuvor noch verkündeten Absage soll vergessen sein. Am…

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

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