KULTUR

Landesgalerie Niederösterreich: „Ein internationaler Kracher“

Interview: Christian Bauer, Direktor der im Frühjahr eröffneten Landesgalerie Niederösterreich, zieht eine erste Bilanz.

Am 25. Mai wurde die Landesgalerie Niederösterreich, errichtet um 35 Millionen Euro, mit viel Pomp und fünf Ausstellungen eröffnet. Der Solitär des Architekturbüros marte.marte, der als „Scharnier“ zwischen Krems und Stein fungieren soll, gefällt aber nicht jedem. Im Gespräch kontert Direktor Christian Bauer (55) auf Kritik.

KURIER: Welche Bilanz vermögen Sie nach knapp drei Monaten zu ziehen?

Christian Bauer: Die Reaktionen sind sehr positiv. Und wir mussten zum Glück nie hören, was für mich schmerzend gewesen wäre. Zum Beispiel, dass man das, was man hier sieht, woanders auch oder sogar noch besser sehen könnte – etwa in Wien. Oder dass das Angebot langweilig wäre. Der Publikumszuspruch ist stärker als erwartet, demnächst werden wir die 50.000er-Marke übertreffen. Wir sind mit allen Kennzahlen weit über Plan. Daher ist auch unser Gastronom glücklich. Der Schanigarten ist, wie Sie sehen, den ganzen Tag über gut besucht.

Schränkt das Konzept, in jedem Stockwerk eine abgeschlossene Ausstellung anzubieten, nicht ein wenig ein?

Ich habe noch keinen Hinweis, dass es einen Veränderungsbedarf geben könnte. Nein, das hat sich bewährt. Wir bieten insgesamt drei Themen an – und zwei davon, der Mensch und die Landschaft, entfalten sich in jeweils zwei Stockwerken: Die Personale Renate Bertlmann wächst als Einzelposition zur Selbstdarstellung quasi aus der Ausstellung „Ich bin alles zugleich“ heraus – und die Fotografien von Heinz Cibulka sind mit der Landschaftspräsentation „Sehnsuchtsräume“ verklammert.

Man stößt in den Ausstellungen immer wieder auf großartige Leihgaben der Sammlung Ploil. Die Bestände des Landes scheinen nicht so toll zu sein.

In den Landessammlungen haben wir zumindest vier Mega-Bilder von Egon Schiele, darunter das Gemälde „Zerfallene Mühle“, das der Künstler selbst als seine beste Landschaft bezeichnet hat. Aber was ich nicht bestreiten möchte: Dass die Sammlung Ploil eine ungeheure Bereicherung ist. Das war ja …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

(Visited 1 times, 1 visits today)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.