WIRTSCHAFT

Schweinepest in Deutschland macht Fleisch in Österreich billiger

Heimische Exporteure hoffen auf ein Zusatzgeschäft in Asien.

Ein Wildschwein mit Schweinepest, das sich vor einer Woche nach Deutschland verirrt hat, lässt in Österreich die Preise für Schweinefleisch purzeln. Das zeigte sich gestern Mittwoch an der Schweinebörse. Das mag Konsumenten freuen, die Produzenten verbuchen dadurch Verluste. Immerhin hoffen heimische Schweinebauern nach dem Exportstopp für deutsches Fleisch auf mehr Nachfrage aus Asien.

Nach Ausbruch der Schweinepest in China Ende 2018 und der Tötung von Millionen Tieren, musste China massiv aus Europa importieren. Dadurch waren in Europa die Preise für Schweinefleisch gestiegen. Seitdem aber vor einer Woche in Deutschland in der Nähe der Grenze zu Polen bei einem Wildschwein die Tierseuche nachgewiesen wurde, kommt es zum gegenteiligen Effekt, sagt Johann Schlederer, Chef der österreichischen Schweinebörse, im Gespräch mit der APA. Denn deutsche Exporte nach Asien sind dadurch schlagartig zum Erliegen gekommen und die deutschen Hersteller werden nun „ihr Fleisch in der EU auf den Markt drücken“, erwartet Schlederer.

Das liegt nicht an niedrigeren Hygienestandards. Aber außerhalb der EU wird Deutschland als Einheit gesehen – ein Fall in Deutschland führt zum Stopp aller Exporte aus ganz Deutschland. Innerhalb der EU ist Deutschland hingegen aus veterinärmedizinischer Sicht regionalisiert – lediglich Fleisch aus der von der Schweinepest betroffenen Region in Brandenburg darf in der EU nicht mehr verkauft werden.

Am gestrigen Mittwochabend ist an der österreichischen Schweinebörse der Preis pro Tier im Vergleich zur Vorwoche um 8 Cent pro Kilo (6 Prozent) gefallen, sagte Schlederer. Mit nunmehr 150 Euro für ein durchschnittliches Tier sei die Mästung nicht mehr kostendeckend. „Damit ist die Arbeit des Bauern nicht mehr bezahlt“, so Schlederer. Trotzdem habe er befürchtet, dass es noch schlimmer kommt: In Deutschland ist der Preis in einer Woche um 20 Cent gefallen – und war davor schon wegen der Coronakrise beim Fleischverarbeiter Tönnies niedriger. Im Nachbarland gibt es für ein …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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