WIRTSCHAFT

Opposition schießt sich wieder auf Chef der Staatsholding ein

Staatsholding: Neos kritisieren Personalverfahren, SPÖ bringt Abberufungsantrag ein

ÖBAG-Alleinvorstand Thomas Schmid steht erneut im Fokus der Opposition. Die Neos werfen ihm vor, bereits während seiner Zeit als allmächtiger Generalsekretär im Finanzministerium leitende Mitarbeiter für die neue Staatsholding ÖBAG ausgesucht zu haben. Darüber hinaus seien Kandidaten für Top-Positionen gescreent worden, die politisch ohnehin bereits feststanden.

Die Neos berufen sich auf einen eMail-Verkehr zwischen dem Finanzministerium (BMF) und der Personalberaterin W. (Name der Redaktion bekannt) vom August 2018. Schmid wurde allerdings erst Ende März 2019 Chef der ÖBAG.

Elisabeth G., im BMF für die Beteiligungen zuständig, bezieht sich in ihrem Mail vom 24. August 2018 an die Personalberaterin auf Rücksprache mit Schmid. Thema ist die Präsentation von zwei Beteiligungsmanagern für die ÖBAG. Interessant auch: „Jedenfalls wäre es wesentlich, dass die Gesamtsumme aus vergaberechtlichen Gründen 100.000 Euro nicht überschreitet.“.

W. ist jene Personalberaterin, die Schmid wie berichtet später bei seiner Bewerbung für den ÖBAG-Chefjob unterstützte. Dieses Auswahlverfahren führte jedoch ein anderer Headhunter durch.

Rahmenvertrag über eine Million Euro

Im Juli 2019 schrieb die ÖBAG über eine Anwaltskanzlei u. a. einen Rahmenvertrag für Personalberatung aus. Das erwartete Honorarvolumen wurde mit einer Million Euro im Jahr angegeben. W. wurde einer der Vertragspartner.

So wurde u. a.Wolfgang Hesoun gescreent. Der Chef von Siemens Österreich wurde neuer Aufsichtsratsvorsitzender der ÖBAG-Beteiligung Casinos Austria. Oder Christine Catasta, ehemalige Chefin von PwC Österreich. Die Wirtschaftsprüferin war ursprünglich als ÖBAG-Aufsichtratschefin vorgesehen, musste aber wegen Unvereinbarkeiten ablehnen und leitet jetzt als Direktorin das Beteiligungsmanagement der Staatsholding.

Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn wettert über die „Verschwendung von Steuergeldern, wenn Kandidaten, die ohnehin schon längst feststehen, noch objektiviert und gescreent werden“. Davon abgesehen sei etwa Hesoun ein anerkannter Top-Manager, dessen Fähigkeiten man nicht per Personalberater feststellen müsse.

Die ÖBAG-Vorgängergesellschaft ÖBIB habe als GmbH bei vielen operativen Angelegenheiten die Zustimmung des BMF einholen müssen, weil dort die Letztentscheidung lag, erklärt man dazu in der ÖBAG. Auch …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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