KULTUR

„MA2412“ und Co.: Was Roland Weißmann mit dem ORF vorhat

Der neue ORF-Chef stellte seine Vorhaben erstmals der Öffentlichkeit vor. Der Ruf des türkisen Kandidaten missfällt ihm.

„Ich habe schon gelernt, dass ich in der Früh nicht weiß, was am Abend passiert.“ Zwei Wochen nach Amtsantritt ist der neue ORF-Generaldirektor Roland Weißmann mit seinem neuen Arbeitsalltag bereits vertraut. Will man Manager des größten Medienhauses des Landes sein, muss man die eigene Komfortzone weit hinter sich lassen. Etwa, wenn es darum geht, mit Konkurrenzsendern oder der mächtigen Verlegerschaft hinter den Kulissen darüber zu verhandeln, dass der gebührenfinanzierte ORF noch weiter in deren Markt hineinragt. „Z’Tod g’fircht is a g’storbn, sagen wir in Oberösterreich“, erklärt Weißmann dazu. Und man erkennt: Der neue Generaldirektor hat einen Stil, den man als hemdsärmelig und verbindlich bezeichnen kann. In einem Pressegespräch stellte er am Donnerstag erstmals vor, was er in den kommenden Monaten so vorhat. Und musste sich einmal mehr der Frage stellen, wie viel ÖVP in ihm steckt.

„Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht“, sagt er mehrfach in einem Pressegespräch – mit Zeitungsjournalisten. Ob er jetzt mehr Handlungsspielraum hat, weil Sebastian Kurz samt engmaschiger Message Control weg ist, will eine Journalistin wissen. „Ich stehe für einen unabhängigen, weisungsfreien ORF“, so Weißmann, der von der Kurz-ÖVP als Generaldirektor auserkoren wurde. Er sei „Rot-Weiß-Rot, wenn man so will.“ Etwas beleidigter Nachsatz: „Ich frage mich, woher Sie das immer nehmen.“

Lobbying ist gefragt

Parteikandidat oder nicht: Weißmann muss jetzt erfolgreich in der Politik lobbyieren. Stichwort: ORF-Player, die neue digitale Plattform, für die das Unternehmen mehr rechtliche Möglichkeiten braucht. „Ich hatte bereits ein Erstgespräch mit der neuen Medienministerin (Susanne Raab, Anm.) und bin wie in der Vergangenheit mit allen Stakeholdern im Gespräch. Wir wollen keine Extrawurst“, betont er. Richtschnur für die Wünsche des ORF sind die digitalen Möglichkeiten von BBC, ARD, ZDF oder SRG. Wie groß die Unterstützung der ÖVP-geführten …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

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