KULTUR

ORF-Stiftungsrat: schwarze Zahlen und rote Bedenken

ORF-Jahresergebnis 2021 positiv, mehr Rechte für die
ORF-Redaktion beschlossen

Der ORF-Stiftungsrat hat am Donnerstag, erstmals unter dem neuen Vorsitzenden Lothar Lockl, die Bilanz 2021 genehmigt. Der ORF-Konzern, damals noch unter Alexander Wrabetz schloss das Vorjahr mit einem Gewinn vor Steuern von 9,6 Mio. Euro  ab. Das EBT der Muttergesellschaft betrug 6,7 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse des ORF-Konzerns stiegen von rund 1,02 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 1,05 Milliarden Euro 2021. Dabei blieben die Erlöse aus den Programmentgelten mit 645 Mio. Euro – entspricht etwa zwei Drittel des Umsatzes – stabil. Jene aus der Werbung stiegen dagegen von rund 200 Mio. Euro 2020 auf ca. 228 Mio. Euro 2021 an. Auch die sonstigen Umsatzerlöse legten leicht auf rund 179 Mio. Euro zu (2020: 172 Mio. Euro).

Etwas weniger rosig sieht die Prognose für den Jahresabschluss des heurigen Jahres aus: rund zwölf Mio. Euro minus. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann arbeitet „natürlich weiterhin an einer schwarzen Null“, wie er bekräftigte. Der nächste Forecast Mitte Juli solle schon besser aussehen. Lockl sprach von „großen Herausforderungen“, die der ORF zu bewältigen habe. Die Geschäftsführung habe aber transparent darüber informiert. SPÖ-„Freundeskreisleiter“ Heinz Lederer ortet hingegen „ein Wegducken vor Entscheidungen“ und meinte: „Irgendwann muss man das Pferd reiten.“

Auch in Hinblick auf zuletzt vermehrt aufgetretene Abmeldungen von den GIS-Gebühren – die zum Minus beitragen – übte Lederer Kritik. Einzig Druck auszuüben, sei zu wenig, es müssten auch Positivanreize geschaffen werden, um die Bevölkerung zur Anmeldung zu bewegen. Er erwarte sich im Verlauf des Sommers die Ausarbeitung eines Konzepts.

Mehr Gewicht

Die 35 Mitglieder des Stiftungsrates stimmten bei einer Gegenstimme von Niki Haas (FPÖ) für die von Weißmann in Abstimmung mit dem Redakteursrat vorgenommenen Adaptierungen des Redakteursstatuts. Die Statutenänderungen sehen neue Rechte für die Journalistenriege vor – so kann einer Führungskraft nach drei Beschwerden das Misstrauen auszusprechen oder erweiterte Informations- und Anhörungsrechte bei Bestellungen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

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